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Eine Überraschung hat die Arbeiter am künftigen Südportal erwartet: eine Bauschuttdeponie. Mittlerweile ist das Material entsorgt.

Am Nordportal rumst es gewaltig

Oberauer Ortsumfahrung: Dreimal täglich scheppert’s

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Oberau - Gute Nachrichten kommen von der künftigen Umfahrung Oberau. Dort geht’s voran. Gut voran. Ohne Überraschungen aber kommt auch diese Großbaustelle nicht aus.

Manche Oberauer können derzeit ihr Frühstück, Mittag- und Abendessen im Grunde nach den Arbeiten im künftigen Tunnel richten. Denn momentan rumst es am späteren Nordportal dreimal am Tag. Gegen 7 Uhr morgens, gegen 13 Uhr mittags und abends nochmal gegen 19.30 Uhr. Immer dann, wenn die Sprengladung in der Röhre detoniert. „Da scheppert’s richtig“, sagt Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern. Das bedeutet aber auch: Die Arbeiter graben sich Zug um Zug in den Berg.

Aktuell werkeln sie sowohl in der West- als auch in der Oströhre. 50 Meter sind sie im Osten bereits vorangekommen. Die ersten sind dabei die schwierigsten: Lockergestein muss vorsichtig ausgebaggert, die Wände müssen sofort mit Spritzbeton gesichert werden. Auf diese losen Schichten folgt Kalk, danach kommt Dolomit. An diesem Übergang befinden sich die Arbeiter gerade. Sprengen können sie hier noch nicht. Nur etwa zwei Meter kommen sie aktuell pro Tag voran.

Deutlich schneller geht’s im Westen, also dem rechten Tunnel in Fahrtrichtung Garmisch-Partenkirchen. Jeden Tag schafft die Mannschaft der zuständigen Spezialfirma Marti zehn Meter. 350 Meter sind sie bereits vorgedrungen, eine Stelle, an der sie den Tunnel für eine Nothaltebucht etwas verbreitern werden. Allerdings erst diese oder nächste Woche. Denn aus Statikgründen wird in zwei Schritten vorgegangen: Nur der obere Bereich der Röhre misst bereits die Länge von 350 Metern, gerade „ziehen wir den unteren Bereich nach“, erklärt Seebacher. Bei gut 150 Metern sind die Arbeiter angekommen.

Autofahrer bekommen von all dem nichts mit. Ihnen fallen am Ortseingang nur die großen Schutthaufen auf, in denen weiße Schilder stecken. Darauf sind genau der Fundort und der Tag des Aushubes vermerkt. Denn das Material wird auf seine Inhaltsstoffe hin untersucht, um es fachgerecht zu entsorgen und mögliche Giftstoffe sofort zu entdecken.

Bei einem routinemäßigen Test konnte das hochgifitige Metall Thallium nachgewiesen worden. Damit hatte man gerechnet, doch trat es in einer etwas höheren, wenn auch laut Seebacher unbedenklichen Konzentration auf. Alles läuft ungehindert weiter.

Mit Überraschungen wie diesen und interessanten Funden müssen die Arbeiter aber auch künftig rechnen. Neulich kamen erst wieder im Süden welche zum Vorschein: Dort entdeckten sie eine Bauschuttdeponie. Seebacher ist Fälle wie diese gewohnt. Alte, kleinere Gruben, aus denen man früher – vor 50, 80 oder gar 100 Jahren – beispielsweise Kies ausgebuddelt hat, „hat man eben irgendwie wieder aufgefüllt“, gerne wie in Oberau mit Ziegelsteinen und anderem Bauschutt. „Nichts Schlimmes, auch kein belasteter Sondermüll, aber der Abfall muss halt weg.“

Alles in allem geht es also zügig voran auf der Baustelle. Muss es auch. Denn der Zeitplan ist überaus eng gestrickt, wenn wirklich im Dezember 2021 die ersten Autos durch die Tunnel rollen sollen. Deshalb hofft Seebacher, dass sich das Vortrieb-Team in naher Zukunft noch schneller seinen Weg bahnt. Noch erlauben es die Erschütterungswerte nicht, dass im Berg auch nachts gesprengt wird. Fallen diese ebenso wie die Lärmwerte aber unter die vorgegebene Grenze, erfolgt eine vierte Sprengung gegen Mitternacht. Das wäre für die Oberauer dann vielleicht das Signal zum ins Bett gehen.

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