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Statt mit Zauberkräften mit dem Kran: Der 120-Tonner hievt den Findling aus der Baustelle der Umgehungsstraße an seine neue Bleibe auf bis zu acht Metern Höhe.

Riesiger Stein in Saulgruber Umfahrung

Findling so schwer wie fünf Elefantenbullen

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Saulgrub - 10 000 Jahre hat er im Erdreich geschlummert, jetzt kam er ans Tageslicht: Bei den Arbeiten an der Saulgruber Umgehung wurde ein wuchtiger Findling freigelegt.

So einen starken Freund wie ihn Asterix an seiner Seite weiß, hätten die Saulgruber Bauarbeiter gebraucht. Den Gallier Obelix, der als Kleinkind in Miraculix’ Zaubertrank gefallen ist, der ihm übermenschliche Kräfte verlieh. Oder aber die Bauarbeiter hätten gleich selbst einen Schluck vom Wundersaft genommen. Dann wäre es für sie ein Klacks gewesen, den mächtigen Gesteinsbrocken inmitten der Umgehungsstraße Saulgrub zu schleppen – so wie Obelix die Hinkelsteine. Doch stattdessen nutzten sie schweres Gerät – und selbst das scheiterte.

Ein 38-Tonnen-Bagger – die größte Maschine auf der Baustelle – hatte den Koloss bei den Aushubarbeiten freigelegt. „Er konnte ihn aber nicht heben“, erzählte Bürgermeister Rupert Speer in der Gemeinderatssitzung. Völlig ausgeschlossen. Viel zu schwer. Doch irgendwie musste es gelingen, die „Kugel“ aus dem Weg zu räumen. Dort konnte er nicht liegen bleiben. Ihn vielleicht an den künftigen Straßenrand platzieren? „Der wäre ja bis nach Unterammergau gerollt“, scherzte Bernhard Brandmeier (Wählergemeinschaft Altenau), der beim Verfrachten dabei war. Nein, keine Option, wie Speer verdeutlichte. „Er hätte an der Seite eine Verkehrsgefährdung dargestellt.“

Die Lage mit den Geräten vor Ort schien ausweglos. Also bestellte der Rathauschef einen Autokran beim Straßenbauamt. Denn eines stand fest: Den Stein auseinanderzuschlagen, kommt nicht in Frage. „Er bleibt in Saulgrub.“ Schließlich lag er da schon länger im Erdreich verschüttet, als die Gemeinde um die Umfahrung kämpfte. Das dauerte immerhin Jahrzehnte. Und auch sie kommt, um zu bleiben. Bei den Arbeiten „sind viele Findlinge hergegangen“, erzählte Speer. Alle waren heiß begehrt und wurden an Bürger vermittelt. Sie stammen aus der Würmeiszeit, vom Ammertalgletscher, der sich bis nach Weilheim erstreckte. „Vor rund 10 000 Jahren wurden sie hier abgelagert“, erklärte der Rathauschef die Stein-Geschichte.

Speers Plan ging auf, den Brocken mit einem 120-Tonnen-Kran auf eine Stelle – am Anschluss zur alten Bundesstraße – in sechs bis acht Metern Höhe zu hieven. Aber auch das nicht ohne Probleme. Mit robusten Ketten fixierte man den Findling und transportierte ihn an seine neue Bleibe. Beim Anheben lupfte es den Kran sogar vorne leicht hoch.

Kein Wunder – angesichts des Gewichts des Kolosses. Speer und Co. schätzten es auf 15 bis 20 Tonnen. Tatsächlich brachte der wuchtige Fels ganze 27,7 Tonnen auf die Waage. Da staunte der Rathauschef nicht schlecht. Die Dimension wollte er auch seinen Gemeinderäten veranschaulichen und packte ein paar Vergleiche aus. Sie sollten sich vorstellen, dass entweder 35 Kühe oder 20 Autos am Kran hängen. „Man könnte aber auch fünf afrikanische Elefantenbullen nehmen“, stellte er klar und lachte. Die wiegen zusammen nur etwa 25 Tonnen.

Nach etwa dreieinhalb Stunden war die Herausforderung gemeistert. Den neuen Standort erachtet Speer als äußerst günstig. Erstens, weil der Untergrund dort fest ist. Zweitens, weil es sich um eine Fläche des Straßenbauamts und nicht um Privatgrund handelt. Und obendrein „schaut er da auch noch ganz gut aus“ – der „Hinkelstein“ von Saulgrub.

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