Ortsumfahrung Saulgrub: Staatliches Bauamt dementiert Gerüchte

Saulgrub - Haben sich die Planer bei der Saulgruber Umfahrung bei den Höhen der Straßen "vermessen". Bürgermeister Speer ist sicher: "Alles wird wunderbar passen".

Der erste Bauabschnitt der neuen Ortsumfahrung von Saulgrub - nachwievor gibt es kein Grünes Licht für die „Südtangente“ - steht kurz vor seiner Fertigstellung. Derzeit wird noch an der Anbindung der alten B 23 an die neue Straße beziehungsweise an der Abbiegespur nach Saulgrub hinein gearbeitet. Im Zuge der Erdbewegungen in diesem Bereich tauchten zuletzt nun Gerüchte auf, wonach es hier zu Fehlern bei der Höhenvermessung der Fahrbahnen gekommen sein soll. Die bisherige Bundesstraße liege um etwa zwei Meter höher als die neue Abfahrt, so die Wahrnehmung interessierter Beobachter an der Baustelle.

Eindeutig Entwarnung gibt in diesem Zusammenhang Bürgermeister Rupert Speer: „Das ist völlig aus der Luft gegriffen. Die heutigen modernen Berechnungen lassen so ein Szenario gar nicht zu. Alles wird wunderbar zusammenpassen.“ Gehört hat der Rathauschef aber auch schon davon, dass im Dorf von einem „Höhenfehler“ gemunkelt werde. Mit solchen Parolen müsse man halt leben. Speer ist in erster Linie sehr froh darüber, dass man in gemeinsamen Gesprächen mit dem Staatlichen Bauamt erreichen konnte, „dass wir eine zusätzliche Zufahrt im Norden bekommen haben“. Von Bad Bayersoien her wird es nämlich eine gesonderte Abbiegespur nach Saulgrub geben. Ist aber die Umfahrung einmal komplett fertig, also auch beim zweiten Bauabschnitt, dann kann man nicht mehr wie bisher aus dem Ort herausfahren, sondern muss den Weg über den Kreisel im Osten nehmen. Nach Saulgrub hinein, das ist aber kein Problem. Bis zum Abschluss der Gesamt-Baumaßnahme sei, so der Bürgermeister, über die Nord-Zufahrt beides möglich, also auch ein Abbiegen Richtung Bad Bayersoien.

Die Realisierung des dringenden Wunsches der Gemeinde nach einer zusätzlichen Abbiegespur sowie weitere Umplanungen haben zu einer Verteuerung des Straßenbauprojekts geführt. Statt wie ursprünglich geplant vier Millionen wird der erste Bauabschnitt jetzt nach den Worten des Leiters des Staatlichen Bauamts, Günther Grafwallner, sechs Millionen Euro kosten. Insgesamt liegt damit die Ausgabenschätzung für die Saulgruber Ortsumfahrung bei 22,4 Millionen Euro. Zu den Gerüchten über Fehler bei der „Höhenvermessung“ und dem Zusammenlaufen der alten und neuen Bundesstraße beruhigt Grafwallner, dass schon alles mit rechten Dingen zugehe: „Wir sind aus Lärmschutzgründen mit der Umfahrung tiefer geblieben. Um eine Kuppe zu vermeiden, wollten wir bei der Ausführung von der Übersichtlichkeit her die gleiche Qualität erreichen, wie man sie von anderen Straßenabschnitten und Einmündungen gewohnt ist.“

In Sachen Bauabschnitt II hat sich zuletzt auch etwas bewegt: Der Bund genehmigte vor kurzem den Plan-Entwurf dafür. Derzeit läuft im Staatlichen Bauamt die Ausführungsplanung, „und wenn die dann abgeschlossen ist“, so Günther Grafwallner, „hoffen wir, dass in Berlin möglichst bald die Gelder freigegeben werden.“ 16,4 Millionen Euro wären dies, die die Gemeinde Saulgrub so rundum glücklich machen würden . . .

Ludwig Hutter

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