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Es geht voran: Der Baufortschritt am Scharnitzer Tunnel, hier das Südportal, ist geradezu phänomenal.

Scharnitzer Umfahrung läuft mehr als planmäßig

Tunnel-Durchbruch noch in diesem Jahr

Scharnitz - Das Tempo ist gewaltig. „Wir sind mehr als in der Zeit“, meint die Scharnitzer Bürgermeisterin Isabella Blaha im Hinblick auf die Arbeiten an der Ortsumfahrung.

Immer tiefer bohren sich die Maschinen durch das harte Wettersteinkalk in Richtung Porta Claudia. 24 Stunden am Tag arbeiten Bergleute und Mineure, um den 672 Meter langen Umfahrungstunnel bei Scharnitz zu graben. Die Zahlen sind gewaltig: 65 000 Kubikmeter Gestein werden im Tunnelvortrieb ausgebrochen, 30 000 Kubikmeter Spritzbeton für Sicherungsarbeiten verwendet. Zudem werden 1100 Tonnen Stahl verbaut. 34 Millionen Euro kostet dieses momentan größte Straßenbauvorhaben des Landes Tirol. Auf über 959 Metern kann der seit Jahrzehnten geplagte Transitort an der Landesgrenze künftig großzügig umkurvt werden.

Monatelang waren die Bautrupps vorab mit den Hangsicherungsarbeiten am Südportal (nahe ehemaliger Sportplatz) beschäftigt. Schließlich musste die Sicherheit der Bergleute gewährleistet werden. Vor der offiziellen Anschlagsfeier vor knapp einem Monat konnten sie bereits 35 Meter im sogenannten Lockermaterial-Vortrieb ausbrechen.

Doch das herausgelöste Gestein wird nicht weggeworfen. „Es wird als hochwertiger Rohstoff im Straßenbau wiederverwertet werden“, erklärt Matthias Aschaber, Projektleiter von der Tiroler Landesregierung. Nicht zuletzt wegen des reibungslosen Verlaufs lehnt er sich in puncto Zeitplan sogar ein wenig aus dem Fenster. „Wenn alle Arbeiten im Tunnel planmäßig verlaufen und die geologischen Prognosen eintreffen, rechnen wir mit einem Durchschlag noch vor Jahresende.“ Die Innenschale des Tunnels Porta Claudia soll demnach im Mai 2017 fertiggestellt werden.

Der Verkehr könnte dann bereits Ende 2018 über die neue Umfahrung umgeleitet werden. „Sie wird jedenfalls rechtzeitig zur Nordischen Ski-WM in Seefeld (Anm. d. Red.: 19. Februar bis 3. März 2019) fertig sein und schon hier eine große Entlastung für die Scharnitzer Bevölkerung bringen“, versichert Bürgermeisterin Isabella Blaha.

Zur Zeit passieren an Spitzentagen bis zu 18 000 Fahrzeuge den Tiroler Grenzort. Doch dieser Lärm eines nicht enden wollenden Durchgangsverkehrs gehört bald der Vergangenheit an. Parallel zu den Tunnelarbeiten brütet seit Beginn des Jahres ein Ausschuss an der Dorferneuerung. Denn eines steht für die Rathauschefin fest: „Scharnitz braucht ein neues Image und eine schönere Gestaltung.“ Wie diese aussehen soll, kann Blaha noch nicht konkret sagen. Möglicherweise wird dann die Bundesstraße, die den Grenzort regelrecht zerschneidet, zurückgebaut werden – ähnlich wie in Farchant vor einigen Jahren.

„Da müssen wir sehr gut kalkalieren“, betont Blaha. Da das kleine Scharnitz finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, benötigt das Dorf bei der geplanten Ortsverschönerung dringend staatliche Fördergelder.

Josef Hornsteiner

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