Ostermarsch statt Pfingstkrawall

Mittenwald - Mittenwald rückt in wenigen Tagen wieder in den Fokus von Demonstranten. Friedensaktivisten wollen unter anderem gegen Einsätze in Afghanistan protestieren.

„Hier weht ein strenges Lüftl. Es riecht nach Kasernenhof im Urlaubsland“ - unter diesem Motto steht am Ostermontag, 25. April, eine Friedenswanderung von Mittenwald nach Klais. Dazu ruft die Münchner Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung (BIFA) auf.

„Wir wollen die schöne Landschaft dem Militär nicht alleine überlassen“, teilt BIFA-Sprecher Franz Iberl mit. Im Falle Mittenwald spricht er von einer „familienfreundlichen Wanderung im Grünen“. Seit 1992 veranstalten Iberl und Co. diese Kundgebungen außerhalb Münchens. So zogen sie mit ihren bunten Pace- und FriedenstaubenFahnen schon nach Garmisch-Partenkirchen (2006) und Oberammergau (2008). Diesmal lautet ihr Reiseziel Mittenwald - die Heimat der Gebirgsjäger. Deren Einsätze in Afghanistan sind der BIFA ein Dorn im Auge. Zu lautstarken Kundgebungen wie in den vergangenen Jahren an Pfingsten wird es bei diesem Ostermarsch aber nicht kommen. „Bisher lief alles immer friedlich und gesittet ab“, teilt Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Rosenheim, mit. „Es wird keinen Aufruhr geben.“ Denn es sei „kein Gefahrenpotenzial zu erkennen“.

BIFA-Organisator Iberl geht bei entsprechenden Wetterverhältnissen von bis zu 100 Teilnehmern aus. Der 62-Jährige bestätigt gleichzeitig Kontakte zur Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) und dem Arbeitskreis Angreifbare Traditionspflege. „Wir sind uns nicht fremd“, meint Iberl. Diese beiden Gruppen mobilisierten zwischen 2002 und 2009 überwiegend linksgerichtete Demonstranten zum Protest gegen das Pfingstreffen der Gebirgstruppe auf dem Hohen Brendten. Auch beim Ostermarsch über die Buckelwiesen solle es „Erläuterungen zu den Kasernen von Mittenwald bis hin zur Traditionspflege und den politischen Auseinandersetzungen“ geben.

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