Reges Treiben herrscht in diesen Tagen am Beginn der Garmischer Fußgängerzone. Für die dortigen Verkehrsregeln interessieren sich viele Autofahrer nicht. foto: sehr

Parken, wo andere bummeln

Garmisch-Partenkirchen - Am Beginn der Garmischer Fußgängerzone ignorieren viele Autofahrer das Halteverbot - zum Ärger der Gemeinde, die Bußgelder verhängt.

Der dunkle Kombi rollt langsam die Garmischer Fußgängerzone entlang und zwingt die Passanten, zur Seite zu gehen. Dort, wo der verkehrsbefreite Bereich am Marienplatz seinen Anfang nimmt, setzt der italienische Fahrer den Blinker und parkt vor dem Geldinstitut. Gut gelaunt zieht er mit seiner Frau die beiden Kinder warm an und bummelt los. Dass er gerade ein Verkehrsdelikt begangen hat, ist dem Touristen nicht im Geringsten klar. Manche ortsfremde Autofahrer, die dieser Tage so handeln wie der Italiener, sind genauso ahnungslos wie er. Andere, die mit größter Selbstverständlichkeit in der Fußgängerzone parken, sind wohl einfach nur dreist.

„Uns ist das Problem bekannt“, erklärt Johann Eitzenberger als Stellvertretender Pressesprecher der Marktgemeinde. Sie hat vor allem in den Wintermonaten damit zu kämpfen, dass Autofahrer die Verkehrsregeln nach eigenem Gusto auslegen.

Denn eigentlich ist mit zwei großen Schildern deutlich gekennzeichnet, wo die Fußgängerzone und damit das Fahrverbot beginnt. Darunter hat die Kommune zwei Ergänzungen angebracht: „Lieferverkehr von 6 bis 10 Uhr frei“ sowie „Radfahrer frei“. Für Eitzenberger sind die Zeichen für jeden Verkehrsteilnehmer zu erkennen und „somit rechtlich eindeutig“. Doch scheinbar scheinen sich viele nicht um das Park- und Halteverbot zu scheren.

Gerade am späten Nachmittag füllt sich der „illegale“ Parkplatz gegenüber der Eisdiele und dem Schuhhaus zusehens. Auswärtige Skifahrer, die sich Speisen im benachbarten Schnellrestaurant holen, sind dann zum Beispiel zu beobachten. Oder auch Einheimische, die kurz etwas in einem der Läden besorgen.

Ein Verhalten, gegen das die Gemeinde vorgeht. „Die Fußgängerzone wird auch in diesem Bereich regelmäßig überwacht“, teilt der Rathaus-Sprecher mit. Widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge würden eine Verwarnung samt Zahlungsaufforderung über 30 Euro bekommen.

Interessant ist aber auch, wie sich in diesem Bereich manche Fahrer von Lieferwagen am Nachmittag verhalten. Da von der Marktgemeinde seit einiger Zeit der Zugang von der Bankgasse zum Marienplatz unterbunden wird (wir berichteten), wählen sie eine andere Route: Seitlich vorbei am Schuhhaus, durch die Fußgängerzone und dann zurück auf die eigentliche Straße.

Recht eigenwillig war auch das Verhalten, das gestern Nachmittag ein Autofahrer aus Berlin gezeigt hat. Er ließ seinen Wagen erst langsam durch den verkehrsbefreiten Bereich in Richtung Marienplatz rollen. Vor einer Bäckerei blieb der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen wollte, dann stehen - damit die weibliche Begleitung schnell etwas einkaufen konnte. Ihm sei schon bewusst, dass er gerade mitten in einer Fußgängerzone stehe, sagte der Hauptstädter. Um ergänzend zu erklären: „Aber ich muss ja auch wieder rausfahren.“

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