Parken mit Aussicht: Die Stellflächen am Kranzberglift werden gerne und oft genutzt.
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Parken mit Aussicht: Die Stellflächen am Kranzberglift werden gerne und oft genutzt.

Gemeinderäte hoffen auf Mehreinnahmen

Mittenwald: öffentliches Parken wird künftig teurer

  • vonChristof Schnürer
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Es ist das Thema des Corona-Sommers im Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Blechlawinen, Parkchaos. In Mittenwald reagiert man nun: Parken wird ab sofort teurer.

Mittenwald – Die nicht enden wollenden Blechlawinen in diesen Corona-Monaten haben in den Werdenfelser Rathäusern die Alarmglocken schrillen lassen. In vielen Gemeinderäten der Region zermartert man sich die Köpfe, wie diesem Wohlstandsfluch begegnet werden könnte. Mittenwald macht da keine Ausnahme. Und man belässt es nicht nur beim Reden: Am Dienstagabend beschloss die Volksvertretung auf Initiative der Freien Wähler mit 19:0 Stimmen eine Erhöhung der Parkgebühren auf den gemeindeeigenen Stellflächen.

„Der Tagestourismus hat stark zugenommen“, begründete Florian Lipp den Antrag seiner Fraktion. „Warum sollten wir da Geld liegen lassen?“ Die anderen Ratskollegen sehen dies ähnlich. Wobei Gerhard Schöner (CSU) zu Bedenken gibt: „Der Park-Such-Verkehr wird durch eine Erhöhung sicher nicht weniger.“ Stefan Schmitz (Bürgervereinigung) kann mit der geplanten Aufstockung gut leben, „weil sie moderat ist“.

Moderat heißt im aktuellen Fall: Gilt keine andere Regelung auf kommunalen Stellflächen wird das Entgelt von bisher 50 Cent auf einen Euro pro Stunde angehoben. Auf den Zonen am Rathaus (Ost und West), Glagow-Park, Dekan-Karl-Platz sowie Wetterstein-Parkplatz werden künftig 1,50 pro Stunde (bisher ein Euro) fällig.

In den Parkbuchten der Innsbrucker Straße (Nummern 37 bis 53), auf den Stellflächen an der Kranzberg-Talstation sowie am Luttensee betragen die Gebühren für alle Fahrzeuge, ausgenommen Busse, ab einer Parkdauer von fünf Stunden bis zum Ablauf der Höchstparkdauer von neun Stunden insgesamt fünf Euro. Bislang kostete es dort drei Euro. Auf dem oberen Parkplatz des Sessellifts beträgt die Gebühr statt 2,60 Euro pro Stunde demnächst drei Euro. Im Ried sind die ersten drei von maximal neun Stunden frei. Zu zahlen sind dann fünf Euro (vorher drei). Am Waudl gelten in Kürze folgende Regelungen: pro Stunde ein Euro (50 Cent), ein Tag fünf Euro (drei), zwei Tage acht Euro (fünf), drei bis vier Tage zwölf Euro (neun) sowie fünf bis sieben Tage 15 Euro (12).

Die Erhöhung der Parkentgelte tritt am 1. November, also in gut einem Monat, in Kraft. Florian Lipp sieht in dem Gebühren-Paket „im Ort auch einen erzieherischen Effekt“. Möglicherweise steigen nun auch Einheimische ab und an auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel um. Wobei Lipp sofort klarstellt, dass er selbst sich mit dem Fahrrad in die Gemeinderatssitzung aufgemacht habe.

Übrigens: Die Marktgemeinde Mittenwald verdient mit Parkgebühren richtig Geld. 2019 flossen laut Kämmerer Heinz Stieglmeier Einnahmen von 237 500 beziehungsweise 238 300 Euro (2018) in die Rathaus-Kasse. Auf der Suche nach Parksündern sind wie andernorts auch Mitarbeiter des Kommunalen Zweckverbands Oberland – und zwar 160 Stunden pro Quartal.

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