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Über die Schulter schauen lässt sich auch Linus Kässer, wenn er seine Köstlichkeiten aus Schokolade fertigt.

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Startschuss für Lebendige Werkstätten

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Garmisch-Partenkirchen - Neues Leben für den Ortsteil Partenkirchen – das wollen die Handwerker und Geschäftsleute erreichen. Mit ihren Lebendigen Werkstätten machen sie den Anfang. Die Vorbereitungen für die Auftaktveranstaltung am 23. Juli laufen bereits auf Hochtouren.

Franz Kässer spürt eine Aufbruchstimmung. „In Partenkirchen bewegt sich etwas“, betont der Vertreter der Werbegemeinschaft „Partenkirchen erleben“. Ein deutliches Zeichen dafür sind die Lebendigen Werkstätten, die der Verein in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde startet. 39 Betriebe – „ganz unterschiedliche, das ist das Tolle“ – bringen sich ein. „Anfangs war’s sehr zäh, wir mussten kräftig die Werbetrommel rühren“, erinnert sich der Inhaber der Chocolaterie Amelie an die Bemühungen, die ersten 15 Mitstreiter zu finden. Als die dann feststanden, seien peu à peu weitere aufgesprungen. „Als die gesehen haben, wie das Ganze aufgezogen wird, waren sie schnell dabei.“ Nachdem der Meldeschluss bereits verstrichen ist, startet die Initiative zunächst mit besagten 39 – darunter neben klassischen Handwerkern auch Boutiquen, die beispielsweise Stilberatungen anbieten, oder Apotheken, die zeigen, wie Salben gerührt oder Tinkturen hergestellt werden. Die Vielfalt macht für Kässer auch den Reiz aus. „Jeder bringt sich so ein, wie’s für ihn passt.“

Und das bedeutet, dass manche, wie er oder Töpferin Uschi Winsi ihre Werkstätten täglich öffnen, andere nur ein- bis zweimal pro Woche oder gar nur einmal im Monat. „Die Termine stehen in dem Flyer, der pünktlich zum Start erscheint.“ Darin finden die Besucher auch, was sie wann erwartet. Entscheidend sei, dass die Teilnehmer für ihre Kunden ein besonderes Erlebnis schaffen, etwas herstellen, kreativ sind „und lieben, was Sie tun“.

Ein Ansatz, der auch Anton Krätz,. Vorsitzender der Werbegemeinschaft, von Anfang an überzeugte. Dass nun „ganz Partenkirchen dabei ist“, begeistert den Bäckermeister. Um die Besucher der Auftaktveranstaltung am Samstag, 23. Juli, zu den einzelnen Betrieben, die bei weitem nicht alle an der Ludwigstraße zu finden sind, zu bringen, gibt’s einen Shuttle-Bus. Von voraussichtlich 11 bis 17 Uhr öffnen die 39 Betriebe ihre Türen. Für Verpflegung ist gesorgt und die Künstlervereinigung „Die jungen Wilden“ sorgt in Geschäften und in der Straße mit ihren Werken und Aktionen für zusätzliche Unterhaltung.

Mit den 39 Lebendigen Werkstätten, ist die Belebung von Partenkirchen noch lange nicht abgeschlossen. Schon jetzt kündigt Kässer an, dass der Betreiber einer Seifenmanufaktur aus Farchant in seine Nachbarschaft ziehen will, um sich der Initiative anzuschließen. Auch einen Kerzenzieher, eine Schmuck-Werkstatt oder einen Bonbon-Hersteller kann er sich gut vorstellen. „Wir hoffen auf etliche weitere, die noch herziehen.“

Außerdem wollen er und die übrigen Mitglieder der Werbegemeinschaft eine Verbindung, etwa durch eine Tschu-Tschu-Bahn, zwischen dem Olympia-Skistadion, der Ludwigstraße und dem Michael-Ende-Kurpark im Garmischer Zentrum schaffen. Ein weiteres Thema, das sich Kässer auf die Agenda geschrieben hat, ist die Aquise von Busunternehmen, die auf ihren Tagesausflügen doch auch einen Stopp im historischen Ortskern von Partenkirchen einlegen könnten. „Dafür benötigen wir natürlich Abstellflächen für Busse.“ Die Ideen gehen ihm und seinen Mitstreitern nicht aus, um ihren Ortsteil aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Die Lebendigen Werkstätten bilden jetzt den Anfang und zwar einen sehr gelungenen, den alle völlig begeistert mittragen.

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