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Baumwörgeln, Durchhacken und Wiagsogschneidn: Der Forst-Dreikampf kam bei den Gästen im Partenkirchner Festzelt besonders gut an.

Trachtenverein, Festwirt und Polizei sind zufrieden

Partenkirchner Festwoche: Tradition statt Party-Musik

Garmisch-Partenkirchen - Zehn Tage Festzelt am Schützenhaus sind vorbei. In diesem Jahr war einiges anders als sonst. Ein Security-Dienst unterstützte die Polizei. Statt Stoahebn fand ein Forst-Dreikampf statt, und auch die Party-Band „Hot Stuff“ wich traditioneller Musik aus dem Zillertal. Ein Fazit.

Ruhig war’s auf der Partenkirchner Festwoche. Hansjörg Ostermair, Vorsitzender des Trachtenvereins „Werdenfelser Heimat“, verkündet dies mit einem Lächeln. Damit ist nicht gemeint, dass das Bierzelt am Schützenhaus leerstand. Ganz im Gegenteil. „Die zehn Tage waren gut besucht“, sagt Ostermair. „Wir sind sehr zufrieden.“

Sehr friedlich ging es in puncto Alkoholexzesse, Raufereien oder Lärmbelästigung zu. Offiziell kam heuer nichts davon vor, bestätigt Thomas Holzer von der Polizei in Garmisch-Partenkirchen. „Wir haben keine Anzeigen oder Beschwerden erhalten“, sagt der stellvertretende Dienststellenleiter. Sowohl der Chef der Partenkirchner Trachtler, als auch Holzer glauben einen Grund dafür zu kennen: Zum ersten Mal war ein externer Security-Dienst im Zelt anwesend. Ebenso wie bei der Festwoche in Garmisch war der Einsatz von zusätzlichen Sicherheitskräften eine Bedingung der Gemeinde. Vier Männer sorgten dafür, dass das Jugendschutzgesetz eingehalten wurde und keine Gläser aus dem Zelt hinausgetragen wurden. „Das war schon sehr praktisch. Die hatten alles gut im Griff“, lobte Ostermair. Ursprünglich stand er der neuen Vorschrift skeptisch gegenüber. Das hat sich nun geändert. „Ich bin positiv überrascht.“

Eine Premiere gab es dieses Jahr beim Abendprogramm. Statt dem traditionellen Stoahebn fand in Partenkirchen zum ersten Mal der Forst-Dreikampf statt. Mit der Veranstaltung wollte man sich von anderen Festivitäten im Landkreis absetzen. Dies ist gelungen. „Der Wettkampf ist bei den Besuchern besonders gut angekommen“, sagt der Vorsitzende. Ob 2017 wieder Baumstämme gewörgelt, gehackt und geschnitten werden, kann er jedoch noch nicht sagen.

Auch in Sachen Musik war einiges anders. Die Band „Hot Stuff“ trat seit zwei Jahren nicht im Bierzelt auf. Die Mitglieder der „Werdenfelser Heimat“ haben sich heuer bewusst gegen einen Party-Abend entschieden – auch wenn so mancher Jugendlicher darüber enttäuscht gewesen sein mag. „Fast keiner von unseren Leuten ist dort hingegangen“, begründet Ostermair das Novum. „Darum haben wir uns für eine traditionellere Musik entschieden.“ Neben der Musikkapelle Partenkirchen und bayerischer Tanzl- und Saitenmusik spielten die „Ursprung Buam“ aus dem Zillertal. „Die Stimmung war dort sehr gut“, betont der Vereins-Vorsitzende.

Traditionell und „besonders schön“ war für ihn der erste Tag der Festwoche, der mit einem Umzug durch die Ludwigstraße und dem Festabend anlässlich des Gaufest der Oberländer Trachtenvereinigung sowie des 125-jährigen Geburtstages des Trachtenvereins begann. Dieser Meinung ist auch Wirt Manfred Werner vom Gastronomiebetrieb „Werner Festzelte“. Er schätzt das „Authentische, Bayerische und Ursprüngliche“ in Partenkirchen. Der Unternehmer aus Kolbermoor bei Rosenheim ist zum zweiten Mal für Speis und Trank im Festzelt verantwortlich gewesen. Mit dem Ergebnis der zehn Tage ist er auch zufrieden. Genaue Umsatz-Zahlen kann er zwar noch nicht nennen, freut sich aber auf das nächste Jahr.

Daran können die Mitglieder des Trachtenvereins erst einmal noch nicht denken. Für sie geht es nun darum, aufzuräumen und abzubauen. Ostermair nimmt es gelassen: „Hinterher gibt’s noch eine gscheide Brotzeit. Dann ist es geschafft."

Magdalena Kratzer

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