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Ein Zettel am Kassenautomaten der Tiefgarage weist auf die neue Regelung hin.

Wohin mit den Autos?

Partenkirchner Tiefgarage: Dauernutzer über Parkregeln erzürnt

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Garmisch-Partenkirchen - Unangenehmer Nebeneffekt: Weil die Tiefgarage an der Badgasse saniert wird, gelten während der Arbeiten neue Parkregeln. Die passen den Dauernutzern gar nicht in den Kram.

Brigitte Barth kocht vor Wut. „Ich bin stocksauer“, sagt die 71-Jährige. Und „hilflos“. Seit rund zehn Jahren kauft sie sich eine Monatskarte, um in der Tiefgarage an der Badgasse parken zu dürfen. Für diesen November ging das nicht, weil dort am Mittwoch die Sanierungsarbeiten begonnen haben und Dauerparker wie Barth dort ihre Fahrzeuge vorerst nicht mehr abstellen dürfen. Sie stehen auf der Straße. „Ich weiß nicht, wohin mit meinem Auto.“

Für das Dilemma macht die Seniorin die Marktgemeinde verantwortlich. Barth vertritt die gleiche Meinung wie CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch. Die hatte in der Gemeinderatssitzung angeprangert, dass das Bauamt die Einschränkungen nur unzureichend kommuniziert hat. „Man wird als Stammkunde nicht benachrichtigt, dass die Plätze nicht verfügbar sind“, klagt Barth. Ein Vorwurf, den Rathaussprecher Florian Nöbauer auf Tagblatt-Nachfrage entschieden zurückweist. „Entgegen der Einschätzung von Gemeinderatsmitglied Elisabeth Koch haben wir umgehend nach der Entscheidung diese Maßnahme umzusetzen, die Öffentlichkeit informiert“, teilt er mit. Zum Beispiel mit einer einschlägigen Nachricht auf der Homepage. Doch offensichtlich kam die Botschaft nicht an. Zumindest nicht bis Ende Oktober – seitdem hängt ein Hinweiszettel aus.

Doch Barth hat noch mehr Kritikpunkte auf Lager. Zum Beispiel den Zeitpunkt der Sanierung, die rund 540 000 Euro kosten und etwa vier Monate dauern soll. „Im Winter schließt man die Tiefgarage, im Sommer ist sie auf“, sagt die Anwohnerin der Schnitzschulstraße. „Das ist doch hirndamisch.“ Nöbauer kann diesen Einwand nachvollziehen, hebt aber die Schwierigkeit beim Terminplan hervor. Dem Sprecher zufolge dürfte es eine fast nicht zu bewerkstelligende Herausforderung sein, einen für alle günstigen Zeitpunkt zu finden. Die Notwendigkeit der Sanierung solle nicht außer Augen gelassen werden.

Stade Zeit: Einheimische sollen Vorrang haben

Mit dem Termin kann die Betroffene noch leben. Damit, wie die Gemeinde mit den Stammkunden umspringt, nicht. „Das ist unverschämt“, schimpft sie. „Normalerweise kümmert man sich doch erst um die, und nicht umgekehrt.“ Für Kurzzeitparker gilt die Neu-Regelung nicht. Ganz davon abgesehen besuchen ihr zufolge im November wenig Fremde den Ortsteil. Von daher würde sie eine Alternative begrüßen, die Koch in einem Schreiben an Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) vorschlägt: Angesichts der staden Zeit, in der der Tourismus nicht gerade boomt und somit auch weniger kostenfreie Kurzparkzeiten in Anspruch genommen würden, plädiert die CSU-Politikerin dafür, Wochentickets zu vergeben. „Die einheimischen Parker – die Steuerzahler – sollen gerade in dieser Zeit Vorrang vor der touristischen und kurzfristigen Nutzung der Tiefgarage haben.“ Damit spricht Koch, die nach eigenen Angaben mit zahlreichen Beschwerden der Bürger konfrontiert wurde, Barth aus der Seele.

Die Situation ist angesichts der geschlossenen Bauweise und der strikten Parküberwachung im Kernbereich verzwickt. Viele Ausweichmöglichkeiten in der Nähe existieren nicht. Barth hat das schon ausgelotet. „Im Umkreis von etwa einem Kilometer kann man nirgends parken.“ Entweder verhindert durch Halteverbote, Verkehrsschilder oder durch die Regelung mit Parkscheiben. Und die wenigen Stellflächen „sind unter der Woche meistens besetzt mit den Fahrzeugen der Schnitzschüler“. Sie fordert einen Ersatz für die Dauerparker.

Bürgermeisterin auf der Suche nach einer Lösung

An einer Lösung des Problems feilt Meierhofer zusammen mit dem Ordnungsamt und ihrem Stellvertreter Wolfgang Bauer (CSU) bereits. Unabhängig des vorliegenden Beschwerdeschreibens von Koch, wie Nöbauer deutlich macht. „Selbstverständlich nehmen wir die berechtigten Sorgen der betroffenen Nutzer der Tiefgarage sehr ernst.“ Das Ziel sei, den Bürgeranliegen in rechtlich wie tatsächlich möglicher Art und Weise gerecht zu werden. Solange müssen sich Barth und die anderen Parker noch gedulden. Derzeit steht ihr Auto auf einem der Parkplätze, die sonst von den Schnitzschülern beansprucht werden. Den Ferien sei dank. „Ich trau’ mich gar nicht wegzufahren“, sagt die 71-Jährige. „Sonst ist der Parkplatz weg.“ Und sie steht wieder vor der Frage, „wohin mit meinem Auto“.

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