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Szene aus dem Passionsspiel 2010.

Passionsspiele 2020 in Oberammergau

Jurist prüft Mitwirkungsrecht

Oberammergau - Die Vorbereitungen für die Passionsspiele 2020 in Oberammergau schon in vollem Gange. Jetzt fordern die Freien Wähler einen schnellen Einstieg in die Vermarktung und Werbung.

Die erste große Entscheidung ist bereits im Juni vergangenen Jahres gefallen: Da bestimmte der Gemeinderat das Leitungsteam für die Passionsspiele 2020 – an vorderster Front mit Christian Stückl als Regisseur. Ihm zur Seite stehen als sein Vertreter Abdullah Kenan Karaca, weiter Stefan Hageneier als Verantwortlicher für Kostüme und Bühnenbild sowie Markus Zwink, der die musikalische Gesamtleitung inne hat. Danach passierte – zumindest nach außen hin – nicht mehr viel, was jetzt die Fraktion der Freien Wähler im Gemeinderat auf den Plan rief. Sie forderte in einem Antrag eine Beschleunigung der Vorbereitungen. Werkleiter Walter Rutz, an den dieser Vorstoß in erster Linie gerichtet war, konnte jedoch plausibel darlegen, dass er mit Nachdruck und auf vielen Ebenen bereits tätig geworden ist: „Ich bin sehr nah an dem Thema dran, und werde in Kürze entsprechende Vorschläge präsentieren.“ Daraufhin zogen die Freien Wähler ihren Antrag nach der Debatte wieder zurück.

Obwohl es noch gut vier Jahre bis zur Premiere im Mai 2020 hin sind, will Oberammergau besser als bei der 2010-Passion aufgestellt sein. Für seine Fraktion betonte Michael Fux (Freie Wähler), „dass wir nicht früh genug mit der Werbung und auch mit der Vermarktung dran sein können“. Zuletzt im Gemeinderat hatte sein Kollege Ludwig Utschneider (Freie Wähler) kritisiert, dass es an Weihnachten, als der Ort mit Gästen voll gewesen sei, „versäumt wurde, die großen Werbeflächen an der Stirnseite des Passionstheaters für Plakate zur Passion 2020 zu nutzen“.

Der Antrag der „Gelben“ in der Ratssitzung am Mittwochabend bezog sich auf mehrere Bereiche, „wo wir nun aktiv werden müssen“ – auf ein Logo, die Erstellung eines Vertriebskonzepts, Internet und soziale Medien, Festlegung der Spieltage, Abschluss und Vorlage der Verträge mit dem Leitungsteam, Ausarbeitung einer juristisch fundierten Mitwirkungberechtigung, und so weiter. Zum Spielrecht etwa meinte Fux: „Das ist ein heißes Eisen, da stochern wir bisher im Nebel.“ Es sei unerlässlich, „dass wir rasch aus den Startlöchern kommen“.

Dass er in Sachen Passion 2020 bisher nicht untätig gewesen ist, konnte anschließend Werkleiter Rutz glaubhaft darlegen. So sei gerade ein Consultingbüro damit betraut, ein Vertriebskonzept für das Gelübdespiel zu erarbeiten; dies könne womöglich schon in der nächsten Werkausschusssitzung behandelt werden. Auch die Verträge mit Christian Stückl und den weiteren Leitungspersonen würden in Bälde dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt. Die Festlegung der einzelnen Spieltage bei der nächsten Passion hat der Werkleiter für Februar anvisiert. Außerdem stellte Rutz in der Sitzung fest, dass von ihm geplant sei, bereits 2017 Reiseveranstaltern Karten und Arrangements zur Verfügung zu stellen.

Was das Mitwirkungsrecht anbetreffe, sei eine Prüfung durch einen renommierten Professor an der Juristischen Fakultät der Uni Augsburg in Auftrag gegeben, die bis Jahresmitte vorliegen dürfte. Zu guter Letzt verwies der Werkleiter auf eine erste Homepage zur Passion 2020, über die sich interessierte Besucher bereits jetzt unverbindlich vormerken lassen könnten. Rutz versprach Transparenz in dieser Angelegenheit: „Zu mir kann jeder kommen, der eine Frage zum nächsten Passion hat.“

Ludwig Hutter

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