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Aus der Vergangenheit gelernt

Passion 2020: Vermarkter steht fest

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Oberammergau - Jetzt ist es raus: Der Partner für den Vertrieb, also Verkauf der Passion, steht fest. Den Zuschlag bekommt die AOVO Touristik AG.

 Eine weitere wichtige Weiche hat die Gemeinde Oberammergau im Hinblick auf die Passionsspiele 2020 gestellt: Zu Arrangement-Bildung (Karte, Essen, Übernachtung) und zum Ticketverkauf für das Gelübdespiel wurde die „AOVO Touristik AG“ in Hannover mit ins Boot geholt. Damit steht der künftige Partner für den Vertrieb, sprich Verkauf der Passion nunmehr fest. „AOVO“ und die Gemeinde haben einen Vertrag in der neugegründeten Gesellschaft „Passionsspiele Oberammergau Vertriebs-GmbH & Co. KG“ geschlossen. Geschäftsführer sind der Oberammergauer Werkleiter Walter Rutz und AOVO-Vorstandsvorsitzender Gerhard Griebler. Soweit die Formalien der neuen Partnerschaft.

Werkleiter Rutz ist froh, „dass die Sache nun vom Tisch ist“ und bestätigt, dass das niedersächsische Touristik-Unternehmen, das Kreuzfahrten ebenso im Angebot hat wie Musical-, Gourmet- und Städtereisen, „einen überzeugenden Eindruck bei der Präsentation hinterlassen hat“. Insgesamt nur zwei Bieter hatten sich auf die öffentliche Ausschreibung gemeldet. Volle zwei Tage dauerte die Präsentation der Bewerber. Im Verlauf der Verhandlungen stellte sich dann heraus, dass noch Nachbesserungen notwendig sind, worauf die Interessenten ein neues Angebot vorlegen mussten. Dann ging es noch mal an Eingemachte. Verschiedene Kriterien waren gefordert: System- und Dienstleistungsanforderungen, Referenzen für Großveranstaltungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

Dabei machte die Gemeinde Oberammergau dem künftigen Partner klare Vorgaben – etwa, dass die Kommune die Mehrheit an der Gesellschaft hält. Die Anteile sind nun mit 76:24 verteilt. Das heißt, dass die Gemeinde Oberammergau über eine Dreiviertel-Mehrheit verfügt. Im Klartext: Die Kontrolle liegt eindeutig auf Seiten des Veranstalters der Passion, also den Oberammergauern. Mit dieser Konstellation hat man offenbar aus der Vergangenheit gelernt: 2010 noch war das Kräfteverhältnis zwischen DER und Gemeinde 50:50. Inzwischen hat die Kommune – wie berichtet – das DER ja sogar verklagt . . .

Dass letztlich die „AOVO Touristik AG“ das Rennen gemacht hat, lag daran, dass die Hannoveraner über ein System verfügen, das Arrangements und Ticketkauf miteinander verknüpft. Bei den Referenzen punktete dieser Anbieter unter anderem damit, dass er die Expo 2000 vermarktete. Weitere Vorzüge laut Werkleiter Walter Rutz: „AOVO hat gute Vertriebskanäle und viel Erfahrung bei Großveranstaltungen.“ Zu den Verhandlungen mit Unternehmens- und Rechtsberatern in Oberammergau reiste der Chef selbst in Person von Gerhard Griebler an. Er wird die Passion 2020 auch direkt vor Ort abwickeln. Sein Unternehmensmotto lautet: „Visionen brauchen Pioniere“.

Auf Vertragsinhalte will Walter Rutz verständlicherweise nicht näher eingehen. Nur soviel lässt er sich entlocken: „Die Verdienstmöglichkeiten für den Partner sind in dem Vertrag klar abgegrenzt.“ Beispiel: Die durchschnittliche Bearbeitungsgebühr von Arrangements soll 2010 noch 174 Euro betragen haben, für 2020 liegt dieser Satz jetzt bei 50 Euro.

Und was passiert, wenn in vier Jahren der „Fall der Fälle“ eintreten und der Mitgesellschafter in die Zahlungsunfähigkeit rutschen würde? Dazu Rutz: „Da wäre die Gemeinde schon abgesichert. Außerdem halten wir 76 Prozent der Anteile.“

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