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So wird der erste Stock künftig aussehen.

Grundsatz-Entscheidung im Gemeinderat

Per Brücke ins Bad Kohlgruber Rathaus

Bad Kohlgrub - Noch in diesem Sommer soll der Umbau vom Haus des Gastes in Bad Kohlgrub beginnen. Im ersten Stockwerk wird künftig die Verwaltung untergebracht. Um die Pläne fertigstellen zu können, musste jetzt eine Grundsatzentscheidung getroffen werden.

Es ist der verstaubte Charme der 1960er Jahre, der das Haus des Gastes in Bad Kohlgrub kennzeichnet. Aber nicht mehr lange. Wie berichtet, hat die Gemeinde mit dem Gebäude am Maibaumplatz viel vor. Es wird für rund 1,7 Millionen Euro modernisiert und im ersten Stock komplett umgebaut. Dort hat künftig die Verwaltung ihren Sitz. Im Gemeinderat war es nun an Architekt Clemens Böhmer, den aktuellen Stand der Planung vorzustellen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand dabei überraschenderweise eine Brücke.

„Das ist eine pfiffige und kreative Idee“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Reichert (parteifrei) zu dem Lösungsansatz. Er sieht Böhmer zufolge vor, dass Besucher am Ende der Treppe im ersten Stock nicht, wie bislang vorgesehen, umständlich erst nach links und dann nach rechts gehen müssen, um zu den Rathaus-Räumen zu gelangen. Stattdessen könnte eine Brücke über den Treppenaufgang und direkt in den Büroflur führen. In Reicherts Augen würde das den Besuchern helfen, sich zurechtzufinden. „Wir wissen ja, wo unsere Büros sind.“

Durch die Brücke würde der Treppenaufgang verengt. Deshalb hatte Gilbert Ullmann (Neue Liste) die Idee, den Übergang aus Glas zu gestalten. „Ich weiß nicht, ob die Damen damit einverstanden wären“, lautete darauf die prompte Antwort Böhmers.

Auch ohne Glas-Einblicke folgte letztlich das Gremium seinem Brückenvorschlag. Eigentlich war die Grundsatz-Entscheidung nicht unbedingt für diese Sitzung vorgesehen. Andreas Wojciak (Neue Liste) schlug aber, genauso wie Albert Stichaner (Freie Wähler), vor, schon an dem Abend abzustimmen. „Als richtiges Zeichen für 2017, dass alles gleich in die Gänge kommt“, sagte Wojciak.

Die Entscheidung pro Brücke fiel einstimmig. Nun geht es Reichert zufolge darum, den Entwurf in die sogenannte Genehmigungsplanung zu bringen. Wenn eine konkrete Kostenberechnung steht, könne die Kämmerei auch damit beginnen, Anträge für Fördergelder zu stellen.

Läuft alles nach Plan, darf laut Böhmer schon für „Ende Juni, Anfang Juli“ mit dem Baubeginn gerechnet werden. Zirka ein Jahr wird es dauern, bis sich das Haus dann gewandelt hat.

Wie sich auf Nachfrage von Nikolaus Onnich (Liste Landwirtschaft, Natur und Erholung) zeigte, ist noch nicht klar, wohin während der Bauphase zum Beispiel die Tourist-Info „auswandert“. Grundsätzlich bleibt das Büro samt kleinem Warenangebot im Erdgeschoss des Haus des Gastes. Gleiches gilt für den künftig multifunktionalen Saal. Dieser soll jedoch große Fenster bis zum Boden bekommen, die sich sowohl zur Kurpark-Seite als auch zum Maibaumplatz öffnen lassen. Auch letzterer kommt in den Modernisierungs-Überlegungen vor.

In naher Zukunft wird zudem festgelegt werden müssen, wie künftig die Fassade des Haus des Gastes gestaltet wird. Derzeit ziert ein riesiges blaues Gemälde das Eingangsportal. Böhmer erklärte, dass man das Gebäude nicht mit einer Dämmung „zu kleistern“ will. Vielmehr soll jeder sehen, dass mit der Modernisierung etwas Besonderes entstanden ist. „Und dass der Ort selbstbewusst damit umgeht“, wie viel Aufschwung es seit einiger Zeit gibt.

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