„Die Entscheidung zum Kauf ist einstimmig gefallen.“ Bürgermeister Hansjörg Zahler

Perfekt: Gemeinde kauft "Kirchenböbl"

Wallgau - Der Durchbruch ist gelungen: Die Gemeinde Wallgau hat von der Raiffeisenbank das seit Jahren leer stehende Bauernhaus am Dorfplatz erworben. Kostenpunkt: 480 000 Euro.

Der Umgestaltung des Wallgauer Dorfplatzes steht nichts mehr im Weg: Denn in Kürze wechselt der „Kirchenböbl“ den Besitzer. Nach jahrelangem Hickhack verkauft die Raiffeisenbank ihre seit langem brach liegende Immobilie an die Gemeinde. Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) spricht von einem „Durchbruch auf Raten“. Waren doch viele Gespräche im Vorfeld nötig, um den Deal perfekt zu machen.

Diskussionsbedarf gab es vornehmlich im Gemeinderat. Dort stellten sich hinter geschlossen Türen die Volksvertreter nicht nur einmal die Frage, ob eine Kommune für viel Geld ein Anwesen kaufen solle, das nicht unmittelbar dem Erhalt der Infrastruktur dient. Doch im Laufe der Debatte seien alle Bedenkenträger überzeugt worden, berichtet Zahler. „Die Entscheidung zum Kauf ist einstimmig gefallen.“ Für einen Schnäppchenpreis ist das rund 1000 Quadratmeter große Areal allerdings nicht hergegangen: 480 000 Euro darf Kämmerer Hans Zahler demnächst an die Raiffeisenbank überweisen. Nicht nur deshalb zeigt sich Vorstand Peter Reindl erleichtert. „Wir sind froh, wenn sich am Dorfplatz was bewegt.“ Denn lange ist dort nicht zuletzt wegen der Raiffeisenbank gar nichts passiert.

Seit es den „Kirchenböbl“ 1997 von der Familie Neuner-Geupert erworben hatte, versuchte das Geldinstitut, die Immobilie zu vermarkten. Trotz vieler Verhandlungen fand sich aber kein Pächter - etwa für eine Metzgerei, Bäckerei oder einen Imbiss. Auch das Geschäft mit einer Drogerie-Kette - der Vertrag lag Reindl zufolge schon unterschriftsreif da - platzte.

Doch eine kosmetische Operation am Dorfplatz macht nur Sinn, wenn auch das Schicksal des „Kirchenböbl“ geklärt ist. So lautete die offizielle Sprachregelung der Gemeinde, die sich jahrelang scheute, das verwaiste Anwesen selbst zu erwerben. Gefordert haben das schon viele, beispielsweise der inzwischen verstorbene CSU-Gemeinderat Dr. Ludger Goppel oder „Posthalter“ Bernhard Neuner senior. Mit der Zeit nahm der Druck auf die Raiffeisenbank und deren Chef Reindl stetig zu. Dem Krüner lasteten nicht wenige Wallgauer an, dass auf ihrem Dorfplatz gar nichts mehr weiter ginge.

Jetzt ist der gordische Knoten durchschlagen. Ist das von Schimmel und Salpeter befallene Bauernhaus aus dem Jahr 1897 erst mal weggerissen - darauf läuft’s aufgrund der Bausubstanz hinaus -, soll der neue Trakt unter anderem Heimstätte eines Regionalvermarkters und einer Arztpraxis sein. „Da sehe ich unsere Chance“, betont Zahler. Noch sind das alles Gedankenspiele. Denn vielleicht wollen die Gemeindeväter durch den Abriss den Dorfplatz einfach nur vergrößern - getreu dem Bichler Vorbild („Grüner Hut“). csc

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