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Die Bierling-Brüder machen’s

Personalprobleme bei Feuerwehr Seehausen gelöst

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Seehausen - Erst der Vater, nun beide Söhne: 20 Jahre nach dem Papa übernehmen Martin Bierling junior und Gregor Bierling Führungsverantwortung bei der Feuerwehr Seehausen – Martin als Erster Kommandant, Gregor als Stellvertreter. 

Natürlich gibt es kein Feuerwehr-Gen im menschlichen Körper – aber möglicherweise werden Neigungen und Leidenschaften von Generation zu Generation weitergegeben. Die Bierlings aus Seehausen jedenfalls sind eine Feuerwehr-Familie. Martin Bierling senior (61) ist Zugführer, so wie einst schon sein Vater. Vor 20 Jahren hatte Bierling senior sogar noch weitaus höhere Verantwortung getragen: als Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen. Nun folgt die nächste Generation Bierling nach: die der Söhne. Martin junior (32) ist am Sonntagvormittag zum Ersten Kommandanten gewählt worden; sein jüngerer Bruder Gregor (21) übernimmt den Posten des Stellvertreters.

Damit ist die Kuh im Dorf vom Eis. Noch bei der Jahresversammlung im Januar hatte Schweigen im Saal geherrscht, als die Frage um die Nachfolger von Kommandant Andreas Kern und Vize Michael Scheu geklärt werden sollte – alle Appelle verhallten, die Wahl musste vertagt werden. Nun zeigt sich Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) „froh, dass eine Lösung gefunden ist“. Etwa Mitte April, schätzt Hörmann, werde der Wechsel vollzogen sein. Der Gemeinderat muss die wichtige Personalie noch absegnen.

Martin Bierling junior hatte sich erst nach der Versammlung im Januar aus der Deckung wagen können, er wollte nicht verfrüht falsche Hoffnungen schüren: „Ich musste einiges im privaten Umfeld, das nichts mit der Feuerwehr zu tun hat, klären, bevor ich zugesagt habe.“ Der 32-Jährige zog Ende Januar zurück in seinen Heimatort – aus Böbing, wo er sich parallel zu Seehausen ebenfalls zwölf Jahre lang für die örtliche Feuerwehr sowie für die First-Responder-Einheit engagiert hatte. Beides zurückzulassen, sei ihm „richtig schwer gefallen“. Er lobt den „absolut korrekten Kommandanten“ und die „kameradschaftliche Atmosphäre“, die in Böbing herrscht.

Rund drei Wochen vor dem Wahltermin legte Bierling, der als Polier für ein Unternehmen arbeitet, dann seine Karten auf den Tisch. Denn: „Grundsätzlich war das Amt des Ersten Kommandanten für mich immer ein erstrebenswertes Ziel.“ Auf diesem Posten lasse sich für Gesellschaft, Gemeinde und Menschen in Seehausen Gutes tun und viel bewegen. Allerdings nur gemeinsam, betont Bierling, andere müssten hier mitziehen: „Teamwork ist für mich sehr, sehr wichtig.“ Er zieht einen Vergleich zum Fußball: „Der Trainer ist nur der Kopf. Er braucht eine Mannschaft, um zum Sieg zu kommen.“

Generell sieht Bierling junior die rund 60 Kräfte starke Seehauser Wehr vor einer Verjüngungskur auf der Führungsebene. Die Zug- und Gruppenführer der älteren Generation sollen bleiben, doch bei einem altersbedingten Ausscheiden werden Junge nachrücken. „Da gibt es einige, die das Engagment zeigen, um in der Führungsebene tätig zu sein“, sagt Bierling, der bisher Atemschutzgeräteträger, Gruppenführer und in der Nachwuchs-Ausbildung tätig ist.

Künftig stehen die Bierling-Brüder ganz an der Spitze. Auf die Zusammenarbeit mit dem erst 21 Jahre alten Gregor, der beruflich im Garten- und Landschaftsbau zu Hause ist, freut sich der gewählte Kommandant: „Ich komme mit ihm hervorragend aus.“ Was dieser anfange, bringe er „sorgfältig zu Ende. Und in der Feuerwehr hat er sich als Nachwuchs positiv etabliert“.

Mit dem Vater haben die Brüder über die mögliche Kandidatur zwar gesprochen, „aber es war unsere Entscheidung“, sagt Martin Bierling junior, für den die Familientradition dabei „keine Rolle spielte“. Der Papa drängte ihn auch nicht gerade in das Amt: „Ich habe beide nicht unbedingt ermutigt“, betont Martin Bierling senior, der dabei besonders an die große Verantwortung und den hohen Zeitaufwand denkt.

Doch der Papa meint auch: Die Sache mit der Feuerwehr, „die liegt bei uns in den Genen“.

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