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„Wir können nicht alles abdecken“

Pfarrer Lackermeier vermisst einen Kaplan

Landkreis - Seit eineinhalb Monaten fehlt Pfarrer Andreas Lackermeier ein Kaplan. Für die etwa 11 200 Katholiken in Partenkirchen, Oberau und Farchant hat das Konsequenzen. 

Jeder hat so seine Stärken und Schwächen. Um mit dem Positiven anzufangen: Zu Pfarrer Andreas Lackermeiers Stärken gehört sicherlich der Umgang mit Menschen, das Zuhören, das offene Ohr.

Pfarrer Andreas Lackermeier bekommt im September Unterstützung. 

Was er dagegen nicht so beherrscht, ist das Koordinieren und Planen. „Ich bin nicht das große Organisationtalent“, gibt er zu und lacht. Genau das aber ist in diesen Wochen und Monaten über Gebühr gefordert. Denn Ende November 2015 hat Florian Welter den Pfarrverband Partenkirchen, Farchant und Oberau mit seinen etwa 11 200 Gläubigen verlassen. Der Kaplan hat sich für die Liebe und gegen das Leben im Zölibat entschieden. Damit verlor der Pfarrverband einen beliebten Geistlichen – und eine entscheide Stütze. Seine Aufgaben müssen nun andere übernehmen. Zu 100 Prozent ist das nicht zu stemmen. Die Gläubigen werden sich in den kommenden Monaten mit ein paar Einschränkungen abfinden müssen. Besonders wichtig wird der Blick in den Kirchenzettel. Denn es gilt ab sofort eine neue Gottesdienstordnung.

Bislang hielten die Priester Lackermeier und Welter dienstags bis freitags jeweils zwei Eucharistiefeiern in den drei Pfarrkirchen, an den Wochenenden sechs. „Das ist so nicht einzuhalten.“ Auch, weil ein Priester unter der Woche offenbar aus kirchenrechtlichen Gründen nur eine Heilige Messe pro Tag feiern darf. Deshalb wird das Angebot zurückgefahren auf eine Eucharistiefeier dienstags in Partenkirchen, mittwochs in Farchant (beide um 9 Uhr), freitags in Oberau (18 Uhr). Samstags und sonntags gibt es nur mehr vier Eucharistiefeiern und zwei Wortgottesdienste. Die Zeiten und Orte der Heiligen Messen aber wechseln wöchentlich und werden im Kirchenblatt, freitags in der Heimatzeitung sowie online veröffentlicht. Beibehalten werden die Eucharistiefeiern im Altenheim St. Vinzenz, im Klinikum und in St. Anton. „Darüber bin ich besonders froh“, sagt Lackermeier.

Einen anderen Punkt dagegen bedauert der Geistliche, der sich als Dekan auch um überregionale Angelegenheiten kümmern muss: Dass er Termine nicht mehr so flexibel vergeben kann. Bei Taufen, Hochzeiten, großen Namensämtern, Beerdigungen fehle der Kaplan sehr. „Es ist schon vorgekommen, dass wir einen Wunsch nicht erfüllen können.“ Gerade bei einem Todesfall, für die Familie ohnehin eine belastende Situation, fällt ihm eine Absage und das Verschieben der Beerdigung oder des Requiems schwer. Doch eine Alternative gibt es nicht.

Auch einige Mädchen und Buben an der Bürgermeister-Schütte-Schule in Partenkirchen sowie an der Grundschule in Oberaus merken Welters Abschied: Dort gab der Kaplan Religionsunterricht. Einige Stunden übernimmt Gemeindereferentin Susanne Weber, andere musste die Pfarrei zurückgeben. „Wir können nicht alles abdecken“, sagt Lackermeier.

Dass überhaupt so viele Angebote beibehalten werden können, ist dem enormen Engagement des Seelsorgerteams sowie der Pfarrer Franz Sand – er ist eigentlich im Ruhestand –, Peter Hagsbacher, Kirchenrektor Caritas-Altenheim, und Leo Mosses, fürs Klinikum zuständig, zu verdanken. „Alle ziehen super mit. Ohne sie würde das nicht funktionieren.“ Auch die Gläubigen reagieren Lackermeier zufolge positiv und mit Verständnis. „Sie sehen ja die Situation.“

Zudem hilft die Perspektive: Im September soll der Pfarrverband einen neuen Kaplan bekommen. Das hat die Erzdiözese München und Freising Lackermeier zugesichert. Bis dahin achten seine Sekretärinnen genau darauf, dass jeder Termin eingehalten wird. „Auf sie kann ich mich verlassen."

Katharina Bromberger

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