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Große Symbolik: Weihbischof Wolfgang Bischof zündet drei Kerzen an, auf denen die Kirchtürme der drei Pfarreien zu sehen sind.

Ein Gottesdienst voller Symbolik und starker Bilder

Urkunde belegt den Pfarrverband Zugspitze

Garmisch-Partenkirchen - Einen Gottesdienst mit großer Symbolik und festlichen Klängen feierten die Gläubigen in der Garmischer Pfarrkirche St. Martin. Es war auch eine Messe der klaren Worte. 

Rot, gelb und blau sind die Farben, die für die Vereinigung der Pfarreien St. Martin Garmisch, St. Michael Burgrain und Johannes der Täufer Grainau stehen. Eine Urkunde mit der Unterschrift von Kardinal Reinhard Marx belegt jetzt amtlich die Gründung des Pfarrverbandes Zugspitze. Das wurde gebührend gefeiert. 

Nach dem Einzug der Fahnenabordnungen der Ortsvereine in der Garmischer Pfarrkirche St. Martin trugen die Pfarrgemeinderäte, die ebenfalls unterschiedliche farbige Tücher umgebunden hatten, ein großes Holzkreuz, umwickelt mit roten, gelben und blauen Bändern, die für die Schutzheiligen St. Martin (Garmisch), St. Michael (Burgrain) und Johannes der Täufer (Grainau) stehen, in den Altarraum. Komplettiert wurde die Symbolik durch drei große Kerzen, rot, gelb, blau, gestaltet mit den Kirchtürmen der jeweiligen Pfarreien, die Bischof Wolfgang Bischof weihte. Sie sollen künftig bei Pfarrgemeinderatssitzungen angezündet werden und an den Tag erinnern. Auch die hiesigen Geistlichen, Pfarrer Josef Konitzer, Pfarrer Dr. Francis Pazhoora, Pfarrer Franz Sand und Diakon Reinhard Wohletz, trugen jeweils eine Stola mit den Farben des neuen Pfarrverbandes. Und sogar die Felswand in der Bayernhalle beim späteren Empfang war in Rot, Gelb, Blau beleuchtet.

"Zu einem lebendigen Miteinander kommen"

Es waren starke Bilder, untermalt vom Kirchenchor St. Martin, von der Singgruppe Burgrain und Orchester mit Franz Schuberts G-Dur-Messe, gregorianischen Klängen der Schola (Leitung Josef Schwarzenböck) und dem Kinderchor, die den Akt der Vereinigung dominierten. „Es gilt jetzt, die Zusammenführung mit Leben zu erfüllen, zu einem lebendigen Miteinander zu kommen“, betonte Pfarrer Konitzer zu Beginn der Messe im vollbesetzten Gotteshaus. Für die Predigt hatte der Weihbischof aus dem Johannes-Evangelium die Wunder-Erzählung der Hochzeit von Kanaan gewählt, bei der Jesus Wasser zu Wein werden lässt.

Von diesem Hochzeitsfest schlug der Geistliche die Brücke zur Hochzeit der drei Pfarrgemeinden. Er ging zurück in eine Zeit, als der Glaube noch fest im täglichen Leben verwurzelt war und damit volle Kirchen bescherte. Der Geistliche verschwieg weder Erschütterungen in der Kirche noch Priester- und Gläubigen-Mangel. Er äußerte Verständnis, dass Strukturveränderungen unsicher machten und bat vor allem darum, das Vertrauen in den Glauben nicht zu verlieren. „Jesus, unser Herr, ist mitten unter uns“, forderte er die katholischen Christen auf, „das Wasser des Alltags zum Wein der Freude werden zu lassen.“

Die Urkunde über die Vereinigung übergab der Weihbischof Pfarrverbandsleiter Pfarrer Konitzer mit den scherzhaften Worten: „Vielleicht rätselt man dann in 200 Jahren über die jetzige Pfarrverbandsstruktur“. Eine Steilvorlage für Grainaus Bürgermeister Stephan Märkl (CSU), der beim Empfang in der Bayernhalle ein Ortswappen übergab, „damit man in 200 Jahren woaß, dass Groana aa dazugehört“.

Bilder: Pfarrverband Zugspitze mit feierlichem Gottesdienst gegründet

Der Tenor beim Grußwortreigen beginnend mit Landtagsabgeordneten Florian Streibl (Freie Wähler) über Stellvertretenden Landrat Dr. Michael Rapp (CSU) bis zur Ersten Bürgermeisterin der Marktgemeinde, Dr. Sigrid Meierhofer, lag in den Möglichkeiten, die die neue Struktur bietet, und den wichtigen Aufgaben der Kirche in der Zukunft.

Margot Schäfer

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