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Stillgestanden: Das Ehrenmal auf dem Hohen Brendten wird an diesem Freitag wieder Anziehungspunkt für viele ehemalige und aktive Gebirgsjäger.

Altes Konzept überarbeitet

Brendtenfeier: Kameradenkreis wagt Sprung ins Hier und Jetzt

Mittenwald - Diesmal wird die Gedenkfeier auf dem Hohen Brendten in völlig neuem Rahmen ablaufen – als „Tag der Gebirgssoldaten“. Eine zentrale Rolle spielt die aktive Truppe.

Einfach war’s nicht für Horst-Dieter Buhrmester. „Ich musste schon Überzeugungsarbeit leisten“, verdeutlicht der Präsident des Kameradenkreises der Gebirgstruppe. Diese veranstaltet in wenigen Tagen wieder ihre traditionelle Gedenkfeier in Mittenwald – in komplett neuem Rahmen. Gemeinsam mit der Gebirgs- und Winterkampfschule und der Gebirgsjäger-Brigade 23 haben die Verantwortlichen das Konzept überarbeitet und mit dem „Tag der Gebirgssoldaten“ teilweise Althergebrachtes über den Haufen geworfen. Was einigen Traditionalisten im Kameradenkreis zwar schwer gefallen sein soll. Doch damit hat dieser Verbund den oft gehörten Makel, ein Verein Ewig-Gestriger zu sein, endgültig abgelegt und den Sprung ins Hier und Jetzt geschafft.

„Es war uns klar, dass wir damit Neuland betreten“, meint Buhrmester. Einfach war’s nicht für ihn, seinen Mitgliedern zu begründen, warum das Pfingstreffen auf dem Hohen Brendten, das es seit Mitte der 1950er Jahre gibt und zu Spitzenzeiten mehrere tausend Besucher zählte, nicht mehr an einem Sonn- oder Feiertag, sondern erstmals unter der Woche stattfindet – genauer gesagt: an diesem Freitag. „Aber ein Totengedenken ist doch nicht an einen Tag gebunden“, hält der Kameradenkreis-Präsident Kritikern entgegen.

„Wir müssen uns in die Woche bewegen“ – sonst wäre die Gemeinschaftsaktion mit der Bundeswehr allein schon wegen EU-Arbeitszeit-Richtlinien nur schwer möglich gewesen. Denn Dienst an einem Feiertag bedeutet zusätzliche Überstunden, die abgefeiert werden müssen. „Die Jungs fehlen dann in der Ausbildung“, präzisiert Buhrmester. „Deshalb haben wir ein neues Modell entwickelt.“

Das sieht drei zentrale Veranstaltungen an ein und dem selben Tag vor – den 13. Mai. Den Auftakt bildet vormittags ein öffentlicher Appell am Dekan-Karl-Platz. Dort erhalten jeweils vier Österreicher und Deutsche (kein Mittenwalder dabei) und ein Niederländer ihre Urkunden zum Heeresbergführer.

„Das ist die Crème de la Crème“, betont Hauptmann Matthias Rehse, Presse-Offizier der federführenden Mittenwalder Gebirgs- und Winterkampfschule. In der Tat: Um dieses militärische Zertifikat zu erhalten, müssen die Anwärter schier Unmenschliches leisten – beispielsweise so schnell mal in einer Stunde das Dammkar hinauf spurten. Kein Wunder, dass bei dieser physischen und psychischen Hochbelastung in Fels, Schnee und Eis die meisten kapitulieren müssen. Auch jetzt beim ersten deutsch-österreichischen Lehrgang war’s nicht anders. Nur etwa ein Viertel der Teilnehmer sind übrig geblieben. Sie dürfen sich beim Kameradschaftsabend in der Edelweiß-Kaserne, bei dem auch an 60 Jahre Bundeswehr-Gebirgstruppe erinnert wird, feiern lassen.

Christof Schnürer

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