Ausgerüstet mit Karten und Funkgerät: Die Luftbeobachter und Piloten der Staffeln müssen bei den Flügen ganz genau arbeiten. Foto: MM/fkn

Piloten und Beobachter suchen das Feuer

Pömetsried - Sie machen Brände ausfindig, helfen bei der Suche nach Vermissten und können sogar Käferbefall in Wäldern orten. Doch all diese Flugeinsätze wollen gelernt sein. Am 12. März treffen sich Piloten und Beobachter der Luftrettungsstaffel Oberbayern deshalb in Pömetsried zur „Regionalübung Süd“.

Es ist Sommer. Seit Wochen hat es nicht mehr geregnet, die Böden und Pflanzen sind ausgetrocknet. Die Warnstufe für die Waldbrandgefahr liegt mittlerweile bei 5 - also bei der höchsten Stufe. Ab Stufe 4 ordnet die Regierung von Oberbayern über den Katastrophenschutz im jeweiligen Landratsamt Luftbeobachtungsflüge an.

Dann muss es schnell gehen. Jürgen Kusch, Pilot und Leiter des Luftbeobachtungsstützpunktes Pömetsried, startet als Team zusammen mit einem eigens ausgebildeten Luftbeobachter, in der Regel Mitarbeiter des Katastrophensschutzes, in die Lüfte. Von dort aus haben sie als so etwas wie das „fliegende Auge“ einen ganz anderen Überblick als die Einheiten, die sich auf dem Boden bewegen. Es werden nicht nur Waldbrände frühzeitig aus der Luft entdeckt, auch unerlaubte und nicht angemeldete Daxenfeuer kommen ihnen immer wieder einmal unter. Dann heißt es „lokalisieren, alarmieren und dokumentieren“ für das sich im Flugzeug befindliche Team. „Im sehr trockenen Frühjahr 2014 hatten wir über 20 solcher Einsätze zu absolvieren“, erklärt Kusch. „Im vergangenen Jahr waren es wegen der Witterung deutlich weniger, nur an die fünf.“ Trotzdem: Ihre ehrenamtliche Arbeit ist wichtig und für den Katastrophenschutz nicht zu unterschätzen - deshalb wird sie auch regelmäßig geübt. Bayern verfügt als einziges Bundesland über solche ehrenamtlichen Luftrettungsstaffeln. Die Staffel von Oberbayern ist gegliedert in sechs Stützpunkte, die Mitglieder der drei Stützpunkte Süd, Ohlstadt, Königsdorf und Mühldorf, werden bei dieser Regionalübung am kommenden Wochenende, genauer am Samstag, 12. März, mit neun Beobachtungsteams mit dabei sein und erneut ihre Aufklärungs- und Trainingsflüge absolvieren sowie das Zusammenspiel mit Einsatzkräften am Boden praktizieren.

An diesem Übungstag haben sie zehn verschiedenen Aufgaben, eine pro Flug, zu bewältigen. Da geht es beispielsweise darum, in einem bestimmten Planquadrat ein fingiertes Feuer zu finden, die Feuerwehrkräfte dort hinzuleiten, entweder per Funk, oder aber per Sicht- oder Flugzeichen mit dem Motorsegler. Weitere Aufgaben sind das Orten von Lawinenabgängen, Überschwemmungen; Käferbefall und Windbrüchen, Schneelagen zu überprüfen und Vermisstensuchen zu unterstützen. Auch in diesem Falle konnte die Luftbeobachter aus Ohlstadt schon konkret Erfolge verbuchen.

„Das Übungsgebiet reicht von Peißenberg bis rüber nach Rosenheim und bis hin zur südlichen Landesgrenze“, erklärt Kusch. „Die Menschen hier werden deshalb am Samstag von der Übung nicht viel mitbekommen. Besucher sind am Flugplatz Pömetsried aber jederzeit willkommen. Dort sind die Starts und Landungen zu sehen.“ Los geht es am Samstag, 12. März, schon um 8 Uhr. Gebrieft, geflogen und besprochen wird dann bis abends um zirka 17 Uhr.

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