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Wie ein Schwamm: Das Holz der gefällten Bäume ist wegen des Porlings schon arg zersetzt.

Stabilität gefährdet

Pilzbefall! Bäume müssen gefällt werden

Murnau/Froschhausen - Schuld ist der Schuppige Porling: Wegen Pilzbefalls müssen die Bäume an der Froschhauser Straße beseitigt werden. Über Ersatzpflanzungen wird beraten.

Er verbreitet einen intensiven, käse- und gurkenartigen Geruch – und wenn der Schuppige Porling einmal nach außen hin sichtbar seine großen Fruchtkörper ausbildet, dann ist das Holz im Inneren des Baumes schon zerstört. Der Schuppige Porling, ein schädlicher Pilz, war jedenfalls der Grund, warum entlang der Froschhauser Straße am vergangenen Montag drei Bäume gefällt werden mussten.

„Wir waren’s nicht“, betont Fritz Egold. Der Mitarbeiter des Murnauer Bauamts weiß, wie heikel solche Fällaktionen in der Öffentlichkeit sein können. In diesem Fall, weil Kreisstraße, sei das Straßenbauamt zuständig gewesen. Der Baumexperte der Marktgemeinde, Markus Wild, habe den Schädling erkannt und die entsprechenden Stellen informiert – die dann reagierten.

Dass die Bäume arg geschädigt waren, kann Corinna Zenke, Fachberaterin für Gartenbau und Landespflege am Landratsamt Garmisch-Partenkirchen, bestätigen. Zenke wird in solchen Fällen immer zur Begutachtung herangezogen. „Der Schuppige Porling führt zur so genannten Weißfäule, das Holz war schon total zersetzt, so leicht wie ein Schwamm. Wenn dann der Fruchtkörper sichtbar außen wächst, ist das ein deutliches Zeichen dafür, wie kaputt der Baum schon ist“ sagt sie. „Eine solche Faulstelle gefährdet die Stabilität.“ Auch im Seidlpark hätten aus diesem Grunde schon mehrere Bäume gefällt werden müssen. Bei denjenigen an der Froschhauser Straße sei eine Fällung aus zweierlei Gründen wichtig gewesen, zum einen wegen der Verkehrssicherheit, zum anderen wegen des direkt an die Straße angrenzenden Rad- und Fußweges. Das Straßenbauamt habe gezielt die geschädigten Bäume entnommen. Dass sich der Schädling auch auf die anderen übertragen hat, kann, muss aber nicht sein. „Der Pilz braucht eine Pforte, also eine Schwachstelle, um ins Holz eindringen zu können“, erklärt Zenke. Über Ersatzpflanzungen für die gefällten Ahorn- und Lindenbäume müsse noch beraten werden.

Dass man sich das Fällen von Bäumen grundsätzlich nicht leicht macht, betont Fritz Egold. Gleich mehrere Instanzen würden bei zur Debatte stehenden Fällungen herangezogen. Als erstes seien Baumprüfer Markus Wild und ein Sonderbaumfäller als Gutachter an der Reihe, dann werde Corinna Zenke dazu geholt, erklärt Egold. Wenn Bäume im Molo- oder Seidlpark zur Debatte stehen, hole man ein Mitglied der „Parkfreund“ dazu und natürlich immer Welf Probst als Baumreferent des Marktes sowie einen Vertreter des Bundes Naturschutz.

Bis Montag liefen seitens der Marktgemeinde noch die herkömmlichen Baumpflegemaßnahmen, erklärt Egold weiter. Ab 1. März greife dann die so genannte Baumbrüterverordnung. Ein geschädigter Baum musste vor kurzem im Kurpark am Kultur- und Tagungszentrum gefällt werden, da er das angrenzende Gebäude „bedroht“ habe. „Der war innen bereits total hohl“, sagt Egold. Des Weiteren seien einige kaputte Birken im Seidlpark umgeschnitten worden, einer an der Weilheimer Straße in Höhe eines Getränkemarktes und ein mehrmals angefahrener an der Ecke Untermarkt/Lederergasse.

Doch außer Sicherheit gibt es noch andere Gründe, warum Bäume weichen müssen. Vor kurzem seien welche im Molopark wegen des geplanten Umbaus des Molohofs gefällt worden, am Montag werde wegen der Umgestaltungsarbeiten an der Bahnhofstraße vor dem ehemaligen Postamt ein Baum beseitigt. Und auch die teils lädierten Akazien in der Fußgängerzone kämen in diesem Frühjahr noch auf den Prüfstand.

Michaela Sperer

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