Bereit zum „Ändern“: die Piraten aus dem Landkreis (v. r.) Thomas Vogler, Josef Biermair, Anna Ebner, Michael Pilgram, Sascha Nitka, Birgit Wolpert und Klaus Kroeker. Informationen vom Bezirksverband liefern Vorsitzende Emmanuelle Roser (4. v. l.) und ihr Stellvertreter Oliver Dangers dem Garmisch-Partenkirchner Stammtisch. foto: brinkmann

Piraten wollen den Landkreis erobern

Garmisch-Partenkirchen - Erstes Ziel der Werdenfelser Piraten ist die Gründung eines Kreisverbandes. Langfristig wollen die Mitglieder, die auf völlige Transparenz setzen, auch in der Kommunalpolitik mitmischen.

„Wir ändern am klügsten, wenn wir nicht gegen Systeme ankämpfen, sondern indem wir - bessere - Alternativen schaffen“ - was Marina Weisband, die Politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland, hier vorgibt, streben auch die Piraten im Landkreis an. Um möglichst viele Mitstreiter zu finden, haben Anna Ebner, Sascha Nitka und Josef Biermair aus Garmisch-Partenkirchen hat einen Piraten-Stammtisch ins Leben gerufen. Ihr erstes Ziel ist es, bis zur Landtagswahl 2013 einen Kreisverband zu gründen. „Natürlich wollen wir langfristig auch in der Kommunalpolitik mitmischen“, unterstreicht Nitka. Übers Knie möchten die Werdenfelser Piraten aber nichts brechen. „Wir schauen jetzt erst einmal, wie viele Leute Lust haben, aktiv zu werden.“

Hinter dem Programm der Partei, die unter anderem die Stärkung der Bürgerrechte, mehr direkte Demokratie und Mitbestimmung, die Reform des Urheber- und Patentrechts, freie Bildung und die Achtung der grundrechtlich garantierten Privatsphäre propagiert, stehen die Garmisch-Partenkirchner. Vor allem Offenheit und Transparenz nennt Nitka „Themen, die auch hier vor Ort wichtig sind“. Was die Politiker mit den Steuergeldern machen, gehe schließlich jeden an. „Bisher dachte ich aber, dass ich gar nichts bewirken kann“, sagt Ebner. „Deshalb war ich Nichtwählerin.“ Seit die Garmisch-Partenkirchnerin die Piratenpartei kennt, steht für sie fest: „Die Menschen haben wieder ein Sprachrohr gefunden, können Ideen sammeln, rumspinnen und am Schluss kommt das, was die Basis am Besten findet, zum Zug.“

Mit diesem Ansatz haben die Piraten bei der Bundestagswahl 2009 aus dem Stand zwei Prozent erreicht. Inzwischen hat die Partei auf kommunaler Ebene über 150 Mandate. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus Berlin am 18. September 2011 schaffte sie erstmals den Einzug in ein Landesparlament. Und einer jüngst veröffentlichen Forsa-Umfrage würden derzeit sechs Prozent der bayerischen Wähler den Piraten bei der nächsten Landtagswahl ihre Stimme geben. Zahlen, die Emmanuelle Roser, die frisch gekürte Vorsitzende des Bezirksverbands Oberbayern, bestärken: „Bei uns kann jeder an den Grundsätzen mitarbeiten“, untermauert sie. Nicht der Vorstand oder einzelne Delegierte hätten bei den Piraten das Sagen, sondern jedes Mitglied. (tab)

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