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Guter Standort: Die Plakatwand am Rathaus-Platz passieren viele Fußgänger. Das ist nicht bei allen Tafeln der Fall.

Wer muss zahlen, und wer nicht?

Plakatieren wird teurer

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Garmisch-Partenkirchen - Diese Arbeit macht sich nicht von allein: Hinter dem Bestücken der Plakatwände in Garmisch-Partenkirchen steckt Aufwand für die Verwaltung. Um einen finanziellen Ausgleich zu schaffen, erhebt das Ordnungsamt künftig Gebühren. 

Früher war alles besser. So heißt es oft. Manchmal ist etwas Wahres dran, manchmal aber auch nicht. So wie im Falle des Wildwuchses von Plakaten in Garmisch-Partenkirchen. Denn bis vor einigen Jahren hängten Vereine und Gastspiel-Veranstalter ihre Werbeblätter auf eigenen Tafeln und Dreiecksständern auf. Nicht gerade schön für das Ortsbild. Die Kommune reagierte. Sie installierte acht Schaukästen, in denen kleine und ehrenamtliche Veranstalter kostenlos werben können. Jetzt wurde diese Richtlinie im Hauptausschuss des Marktgemeinderates aber fast gekippt, weil das Ordnungsamt eine neue Preisgestaltung vorschlug. Nach reger Diskussion einigte man sich schließlich (Gegenstimme Dr. Stephan Thiel vom Bündnis 90/Die Grünen) auf einen Mittelweg. Und der dürfte allen voran bei den gemeinnützigen Vereinen und caritativen Institutionen für Aufatmen sorgen.

Über das, was den Wunsch nach einer neuen Regelung auslöste, ärgert sich Hans Korber ständig. „Die Veranstalter legen ihre Plakatrollen irgendwo hin, und wir wissen gar nicht von wem die kommen“, klagte der Vize-Leiter des Ordnungsamtes. Deshalb müssen die Werbenden nun Anträge stellen, „um das in geregelte Bahnen zu lenken“. Hat zur Folge, dass der ohnehin nicht unerhebliche Verwaltungsaufwand fürs Plakatieren wächst. „Wir müssen Geld verlangen“, betonte Korber, um zumindest die Kosten zu decken. In konkreten Zahlen: 25 Euro pro Veranstaltung, für acht Plakate, die 14 Tage auf den Anschlagstafeln hängen. Die Gebühren sollen für alle gelten, mit Ausnahme von Wahlen, Bürgerentscheiden und Eigenveranstaltungen des Marktes.

Ausschussmitglieder mit Vorschlag des Ordnungsamtes nicht zufrieden

Der Aufschrei der Ausschuss-Mitglieder ließ nicht lange auf sich warten. Während Thiel befürchtete, dass angesichts der schlechten Standorte der Werbetafeln bei diesem Preis das Angebot nicht mehr wahrgenommen werde, hielt auch Alfred Heinle (SPD) nicht mit seiner Meinung hinterm Berg und bezeichnete das Vorhaben mehrmals als „Abzocke der Vereine“. Ganz so drastisch sahen das seine Ratskollegen zwar nicht, kamen aber schnell auf einen gemeinsamen Nenner: Eine Preisstaffelung anstatt Pauschalgebühren – so wie es Robert Allmann (SPD) in einem Schreiben an den Ausschuss empfohlen hatte.

So sieht die Gebühren-Regelung künftig aus

Nur wie soll diese aussehen? „Mir geht es dabei um soziale Ausgewogenheit“, betonte Zweiter Bürgermeister Wolfgang Bauer (CSU). Die unterschiedlichsten Ideen schwirrten durch den Rathaus-Sitzungssaal. Hannes Biehler (CSU) schlug vor, für gewerbliche Plakate 50 Euro zu kassieren, Vereinswerbung dagegen beim Null-Tarif zu belassen. Sein Fraktionskollege Michael Bräu ergänzte, auch bei Plakaten für große Veranstaltungen wie den City-Sprint oder das Neujahrsspringen höhere Gebühren zu verlangen. „Die generieren ja Einnahmen“, sagte er. Ein Zahlenhandel wie auf dem Basar, bei dem die eine Seite hoch und die andere niedrig einsteigt, und man sich schließlich in der Mitte trifft: Demnach dürfen caritative Vereine und Verbände sowie gemeindliche Institutionen und Behörden weiterhin kostenlos plakatieren, gemeinnützige Vereine und Einrichtungen werden mit 10 Euro zur Kasse gebeten. Für die restlichen Antragssteller kostet Werbung auf den Tafeln künftig 25 Euro. Damit kann auch Allmann leben, der mit seinem Schreiben die Diskussionsgrundlage schaffte. Wie er auf Tagblatt-Nachfrage mitteilt, sei er „mit dem Beschluss jetzt ganz zufrieden“.

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