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Proben für den großen Auftritt: (v. l.) Anna Topel, Isabell Bär, Justin Loesaus, Michaela Friedrich, Theresa Quinn, Lara Strutz.

Abschlussprojekt des P-Seminars

Poetry-Slam im JUZ: Dichterwettstreit mit Wortakrobaten

Garmisch-Partenkirchen - Wortakrobatik und selbst verfasste Texte, statt ermüdende Schullektüre: Beim Abschlussprojekt der Oberstufe des Werdenfels-Gymnasiums können die Schüler ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Ihr Können zeigen sie bei einem Poetry-Slam Wettbewerb im Garmisch-Partenkirchner Jugendzentrum (JUZ).

Klassiker der Literatur lösen bei so manchem Schüler Gähnanfälle aus. Nicht jeder kann mit dem immerzu leidenden Werther, dem sinnsuchenden Faust oder der unglücklich verheirateten Effi Briest etwas anfangen. „Ich kann mich in die Handlungen nicht hineinversetzen“, sagt Isabel Bär von der 12. Klasse des Werdenfels-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen. Das Abschluss-Projekt ihres Deutsch-Kurses gefällt ihr da schon um einiges besser. Das P-Seminar der Oberstufe veranstaltet einen sogenannten Poetry Slam – einen Dichterwettstreit, bei dem junge Wortakrobaten mit selbst geschriebenen Werken vor Publikum im Garmisch-Partenkirchner Jugendzentrum (JUZ) gegeneinander antreten. Das Thema der Stücke ist frei wählbar. Alle literarischen Genres sind erlaubt. Auch moderne Hip-Hop-Elemente oder Beat-Box-Laute können mit einbezogen werden.

Acht Schüler-Seminare haben jeweils ein bis zwei Texte vorbereitet, die sie vortragen werden. Auch Besucher können sich in eine Liste eintragen und bei dem Wettbewerb mitmachen. Trauer, Veränderung, Zukunft, die Liebe und das Reisen sind unter anderem die Themen, welche die Jugendlichen beschäftigen. Eine Mitschülerin führt als Moderatorin durch den Abend. Das Publikum stimmt als Jury über die Beiträge ab.

Ein Jahr lang haben die Schüler auf ihren großen Abend hingearbeitet. Seit einigen Wochen treffen sie sich regelmäßig im Jugendzentrum, um ihre Texte zu Proben. Für ihre Lehrerin Karin Boes ist es schön zu sehen, mit wie viel Herzblut sie bei der Sache sind. „Alle bringen sich super ein“, lobt sie. Völlig selbstständig haben die Jugendlichen den Dichterwettstreit organisiert. Jetzt geht es daran, die letzten Vorbereitungen zu treffen und die Auftritte zu perfektionieren.

Dabei müssen sie auch ein Gespür für Dramatik beweisen. Die Art des Vortrages hat beim Poetry Slam nämlich einen recht hohen Stellenwert. Pausen, Betonung und Rhythmus müssen sitzen. Die Schüler kennen sich aus. Auftritte von bekannten Vertretern der Disziplin – wie der Künstler Bumillo aus München – haben sie sich im Internet immer wieder angeschaut. „Natürlich orientiert man sich auch etwas daran“, sagt die 18-jährige Anna Topel. Dennoch sei es wichtig, ihre Werke mit einer persönlichen Note zu präsentieren. Die Stimmung der Texte soll beim Publikum ankommen. Nachhilfe im Vortragen haben die Schüler vom Schauspieler und Pädagogen Matthias Gerstner erhalten, der in der Marktgemeinde regelmäßig Theaterstücke mit Kindern und Jugendlichen inszeniert. Auch in Sachen Ausdruck und Bühnenpräsenz gab er Tipps.

Die Aufregung steigt – sowohl bei Schülern, als auch bei Lehrern. Der Gedanke, die eigenen Werke zum ersten Mal vor Besuchern zu präsentieren, verursacht Herzklopfen. Dennoch freuen sie sich die Schüler auf ihren großen Auftritt. Mancher von ihnen hofft sogar auf Standing Ovations. 

Magdalena Kratzer

Informationen:

Der Poetry Slam der Q-12 des Werdenfels-Gymnasiums beginnt am Samstag, 24. September, um 19.30 Uhr im JUZ in Garmisch-Partenkirchen (Kankerweg 6). Einlass ist um 19 Uhr. Der Eintritt kostet drei Euro. Wer selbst einen Text zum Besten geben möchte, kann sich in die offene Liste (neben der Kasse) eintragen.

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