Kiloweise Marihuana verkauft

Polizei zieht Dealer aus dem Verkehr

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Garmisch-Partenkirchen - Erfolg für die Drogenfahnder der Kripo Garmisch-Partenkirchen: Sie nahmen einen Dealer fest, der 2015 Kunden kiloweise mit Marihuana versorgt hat. Nun ermittelten sie auch seine Abnehmer. 

Mindestens acht Kilogramm Marihuana hat der Mann verkauft. „Das ist sehr viel“, sagt Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Mit dem 37-jährigen Dealer aus dem Landkreis hat die Kripo Garmisch-Partenkirchen einen „richtig dicken Fisch“ gefangen. Das aber ist nicht der einzige Erfolg der Beamten. Nach monatelangen Ermittlungen haben sie auch dessen Kunden gefasst: Acht Männer und eine Frau zwischen 17 und 32 Jahren aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau müssen sich wegen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte die Vernehmung einer 18-Jährigen bei der Polizeiinspektion Murnau. Sie hatte die Drogengeschäfte ihres Freundes (19) durchsickern lassen: Laut Polizei versorgte der junge Mann zwischen Februar und September 2015 mindestens zehn Abnehmer in der Region mit rund vier Kilogramm Marihuana. Die Ware wiederum hatte er von dem 37-Jährigen bekommen, offenbar einem Zugbegleiter, der sich das Rauschgift in Berlin besorgt haben soll.

Gewinnbringender Handel mit mindestens acht Kilo Marihuana

Ihm wiesen die Fahnder den gewinnbringenden Handel mit mindestens acht Kilogramm Marihuana in der Region nach, bei dem ihm seine Lebensgefährtin (28) unterstützt hatte. Als der 37-Jährige am 17. Dezember aus Berlin zurückkehrte, 500 Gramm Marihuana im Gepäck, nahmen ihn die Polizisten fest. Er sitzt in Untersuchungshaft; zeigt sich teilweise geständig. Inwieweit seine Kooperation dazu beigetragen hat, auch die Kunden zu überführen, wusste Sonntag nicht.

Nach der Festnahme kamen jedenfalls weitere Ermittlungen in Gang. In einem Großeinsatz am 18. Februar durchsuchten Beamte der Inspektionen Garmisch-Partenkirchen, Murnau, Mittenwald, Penzberg und Schongau sowie des Einsatzzuges Weilheim zeitgleich neun Wohnungen. „Umfangreiches belastendes Material“ stellten sie dabei sicher.

Ob die Polizei mit den neun Kunden das ganze Netzwerk erwischt hat, „weiß man nie zu 100 Prozent“. Doch betont Sonntag: „Auch 98 Prozent sind ein großer Erfolg."

Rubriklistenbild: © dpa

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