Das „Post“-Team: (v. l.) Koch Heinz Greiner, Küchenhilfe Jürgen Kühne, Bedienung Herta Lampe, Küchenchef Walter Goldhammer, die Wirtsleute Karin und Rolf Esdar sowie Mitarbeiterin Elisabeth Sixt. foto: sehr

"Post"-Besitzer kehren hinter Theke zurück

Klais - Rolf und Karin Esdar übernehmen wieder die Bewirtung im Klaiser Gasthof Post. Den Pachtvertrag mit Thomas Jager hat das Besitzer-Ehepaar aufgelöst...

Eigentlich wollten die Esdars nicht mehr zurück. „Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir in Ruhestand gehen können“, sagt Karin Esdar. „Aber wir machen das jetzt natürlich trotzdem gern.“ Zu sehr hängt der Gasthof Post ihr und ihrem Mann am Herzen. 1980 haben die beiden das Wirtshaus im Herzen des Krüner Ortsteils Klais erworben, bis 2005 kümmerten sie sich selbst um ihre Gäste. Dann musste das Ehepaar aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten.

Doch nun sind die Esdars zurück hinter der Theke. Heute feiern sie Wiedereröffnung. „Uns war es wichtig, dass die Menschen wieder einen Anlaufpunkt in Klais haben“, begründet die Chefin ihre Entscheidung. Bis November dieses Jahres war Pächter Thomas Jager dafür verantwortlich. Doch der Vertrag wurde aufgelöst - einvernehmlich, wie beide Parteien betonen. „Zwei Häuser sind doch sehr viel“, nennt Jager den Grund für seinen Rückzug. Neben dem Gasthof Klais führt er das Parkrestaurant im Krüner Kurhaus. Und das hat mit dem Veranstaltungssaal nach seiner Meinung „doch ein ganz anderes Potenzial“. Der 42-Jährige will Veranstaltungen nach Krün holen. Auf Dauer war ihm die doppelte Verpflichtung zu viel. „Deshalb konzentrieren wir uns auf ein Haus.“ Seine Wahl fiel auf das Parkrestaurant.

Für die Esdars bedeutete diese Entscheidung einen arbeitsreichen Monat. Nach eineinhalb Jahren als Pächter übergab Jager ihnen am 1. Dezember die Schlüssel, seitdem bereitete das Ehepaar die Wiedereröffnung vor. Zu tun gab es reichlich. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft haben die beiden es aber geschafft.

Ein ruhiger Start wird es für die Besitzer nicht. Bereits zwischen Weihnachten und Neujahr ist das Haus mit seinen 20 Betten ausgebucht. Eine Dauerlösung kann der momentane Zustand für die Esdars nicht sein. Wie berichtet, suchen sie einen Käufer für die „Post“. Daran hat auch die neue Situation nichts geändert. Für 535 000 Euro bietet das Ehepaar das Wirtshaus an. Auch wenn es den Besitzern schwer fällt, kommt für sie ein Verkauf eher in Frage als eine erneute Verpachtung. Seit ihrem Rückzug 2005 haben drei Pächter den Gasthof geführt. Die Chefin weiß: „Ständige Wechsel tun dem Haus nicht gut und uns auch nicht.“ Denn irgendwann möchten sie und ihr Mann dann auch tatsächlich mal in Rente gehen.

Janine Tokarski

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