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Josef Brandl regt sich auf: Gerade in der Zeit von 20 Uhr abends bis 8 Uhr Morgens verliert die Gemeinde einiges an Geld.

Immer neuer Ärger an der Badgasse

Problem-Garage Partenkirchen

Empörung und Unverständnis bei den Nutzern der Tiefgarage in Partenkirchen. Nicht nur ein unklares Zahlungssystem sorgt für Verwirrung. 

Garmisch-Partenkirchen – Ein älteres Ehepaar steht vor dem großen grauen Automaten in der Tiefgarage an der Badgasse in Partenkirchen. „Das versehe ich nicht“, murmeln Jean und John Hackenburg auf Englisch vor sich hin. Die beiden sind Urlauber aus Kalifornien und möchten ihren Wagen dort abstellen.

Dass es mit der Tiefgarage Probleme gibt, ist nichts Neues. Erst die Renovierung, die 107 000 Euro an Mehrkosten verursachte, und jetzt das: Ein Zahlungssystem, bei dem sich keiner auskennt. Automaten, die nicht so funktionieren wie sie sollen. Dazu kommen lasche Kontrollen. „Man bräuchte ein großes Schild, das uns erklärt, wie wir hier bezahlen müssen“, sagt John Hackenburg. „Wir sind viel in der Welt unterwegs, aber so etwas haben wir noch nicht gesehen.“ Josef Brandl, der ebenfalls sein Fahrzeug dort unten abstellt, ist ganz seiner Meinung. Die Hinweise über dem Display seien zu klein und zu wenig ausführlich. Eine weitere Passantin, Christa Wenzel, pflichtet ihm bei. „Da kennt sich kein Mensch aus.“

Die Partenkirchner Garage ist anders. Das Parkticket gibt es nicht bei der Einfahrt an einer Schranke. Denn eine solche existiert gar nicht. Jean Hackenburg wundert sich darüber: „Gibt es in Deutschland denn nur ehrliche Menschen?“ Die fehlende Absperrung erklärt Martin Bader von der Pressestelle der Gemeinde so: „Das geht auf einen Beschluss des Gemeinderates zurück.“ Jetzt soll jeder Bürger, der dort sein Auto parken möchte, nach der Einfahrt ein Ticket an einem der vier Automaten lösen und dieses hinter die Windschutzscheibe legen. Da die wenigen Infotafeln, die das Vorgehen erklären, sehr versteckt platziert und nur in deutscher Sprache sind, führt das zu Irritationen.

Wer dieses System verstanden hat und bezahlen möchte, steht eventuell vor einem weiteren Problem. Der Automat erlaubt keine Kartenzahlung. „Das ist schwer unprofessionell“, entrüstet sich Gemeinderätin Elisabeth Koch (CSU). So etwas sei heute nicht mehr zeitgemäß. Eigentlich sollte der Service funktionieren. „Im Zuge der Renovierung wurden an den vier Standorten der Automaten alle notwendigen Leitungen verlegt, um ein bargeldloses Zahlen zu ermöglichen“, erläutert Bader. Nur gibt es Probleme mit der Softwarefirma, mit der der Hersteller zusammenarbeitet. „Es wird momentan mit Hochdruck daran gearbeitet eine Lösung herbeizuführen“, sagt Bader. Die Gemeinde versucht das Unternehmen zur Zusammenarbeit mit einer anderen Softwarefirma zu bewegen.

Doch auch wenn irgendwann mit Karte gezahlt werden kann – schwarze Schafe existieren immer, die für einen Parkplatz überhaupt nicht bezahlen wollen. Da keine Schranke die Menschen dazu zwingt, wird die Anlage vom Kommunalen Zweckverband Oberland kontrolliert. Dessen Mitarbeiter sind laut Ute Leitner, ebenfalls Pressesprecherin des Marktes, allerdings nur ein bis zweimal pro Tag vor Ort. So ist eine permanente Überwachung des Areals nicht möglich.

Die Zeche zu prellen, ist bei dieser Garage eine Dreistigkeit. Denn die Tarife sind ohnehin günstig. Schließlich ist es erlaubt, pro Tag zwei Stunden kostenlos zu parken. „Dies ist ein Beitrag zur Wirtschaftsförderung von Partenkirchen und zur Belebung der Ludwigstraße“, erklärt Bader. Außerdem darf das Auto kostenfrei von 20 Uhr abends bis 8 Uhr morgens abgestellt werden. Dies verwundert Koch. „Wenn ich ein Kongresshaus für 50 Millionen bauen will, brauche ich jeden Euro.“ Großzügigkeit, durch die der Kommune unnötig Einnahmen entgehen würden.

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