+
Bei der Vernissage: Die Ausstellungs-Organisatoren (v.l.) Rainer Leonhard, Anton Sprenger und Constanze Werner mit Adolf Hornsteiner vor dem Bild „Posthalterin Franziska Neuner“. 

Geigenbaumuseum Mittenwald

Prölß-Ausstellung in Neubau eröffnet

Mittenwald – Dem Mittenwalder Ehrenbürger und Maler Fritz Prölß (1855 bis 1934) ist im Geigenbaumuseum eine eigene Ausstellung gewidmet. Motto: „Menschen und Alltag seiner Zeit“.

„Das ist die erste Ausstellung in unserem neuen Museumsbereich“: Worte von Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU), mit denen er die Besucher im Geigenbaumuseum überraschte. Im ersten Stock führte er diese in die Erweiterung, an der in den vergangenen Monaten gebaut wurde. „Jetzt konnte sie abgeschlossen werden.“ Umso mehr freut es Hornsteiner, dass die erste Ausstellung einem ganz besonderem Mann gewidmet ist: Fritz Prölß. Ein „begnadetee Maler, der sich mit dem Ort und seinen Menschen identifiziert und sie in allen Nuancen gezeichnet hat“.

Museumsleiterin Constanze Werner skizzierte das Leben des für den Ort so wichtigen Malers: „Prölß wurde 1855 in Dresden geboren, studierte in München Malerei und verbrachte ab 1879 über 50 Jahre lang die Sommermonate in Mittenwald“. Neben einem Stüberl im Hotel Post und im Geigenbaumuseum wurde auch ein Platz nach ihm benannt. „Wir haben ihm bewusst die erste Ausstellung im Erweiterungsbau gewidmet“, betonte Werner und versicherte, dass durch die vielen Leihgaben – zum Beispiel von den Familien Eduard Weiser, Wolfgang Zunterer und Wolfgang Schwind sowie der Galerie Pritschow – immer Gemälde des Künstlers in dem neuen Bau zu sehen seien. Besonders erwähnt wurden Rainer Leonhardt und Anton Sprenger vom Museumsverein, die kürzlich acht Prölß-Bilder erworben und der Ausstellung zur Verfügung gestellt haben. „Noch heute am Eröffnungstag hat der Museumsverein ein Mädchenportrait von 1887 von Rechtsanwalt Ferdinand Krafft aus Ravensburg geschenkt bekommen“, sagte Werner erfreut. Bei ihm habe die Nichte von Prölß gearbeitet, die ihm die im Familienbesitz befindlichen Bilder vermacht hat“.

Die realistischen und nuancierten Skizzen und Ölgemälde zeigen dabei genau die Menschen Anfang des 20. Jahrhunderts. „Die Porträts von Honoratioren, seiner Familie, Bekannten, Jägern, jungen Mädchen, Geigenmachern oder Sennerinnen“, beschreibt es Werner, „dokumentieren durch ihre Detailgenauigkeit von Kleidung und Tracht ebenso wie die Gemälde der Mittenwalder Stuben überaus trefflich das Alltagsleben der damaligen Zeit.“ Neben dem Ausstellungsraum mit 27 Bildern sind weitere 18 Bilder in der Vitrine und Werkstatt sowie in zwei weiteren Räumen noch sechs Bilder zu bewundern.

Vor dem unter der Nummer 33 gezeigten Gemälde „Färberhäuser, Öl auf Leinwand von 1882“ blieb Pfarrer Wolfgang Scheel lange stehen. „Genau hier unten auf der Wiese vor dem Ländbach an der Goethestraße“, hatte er sofort gesehen, „steht jetzt hinter unserer Dreifaltigkeitskirche der Anbau mit den Garagen.“ So wie der Geistliche werden die Besucher vielleicht noch so manches Gesicht von anno dazumal erkennen – ein Besuch mit Spurensuche in der Geschichte Mittenwalds lohnt sich also allemal.

Bevor er sich den Bildern in dem neuen Museumsräumen widmete, lobte Bürgermeister Hornsteiner alle an diesem Projekt Beteiligten. So hatte Statiker Wolfgang Schwind die kostenlose Planung des Erweiterungsbaus übernommen hat. Die Handwerker schlossen alle Arbeiten frist- und termingerecht ab. Und den Freistaat Bayern gewährte satte 80 Prozent Zuschuss. „Bei 130.000 Umbaukosten beträgt der Eigenanteil unserer Gemeinde rund 30.000 Euro“, zeigte sich der Rathauschef zufrieden. „Das ist dieses Kleinod allemal wert“.

Wolfgang Kunz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bauland für Familien in Uffing
Die Gemeinde verkauft Grundstücke Am Taubenbühl. Doch nicht alle sind dafür. 
Bauland für Familien in Uffing
Sturm hat gewütet! Bäume fielen im Minutentakt um
Kräftig getobt! Ein Sturm hat am Fuß des Kramer an die hundert Bäume aus der Erde gehoben. Der Bauhof und die Feuerwehr beseitigen die Verwüstung.
Sturm hat gewütet! Bäume fielen im Minutentakt um
Wirtschaft im Landkreis: Gestern Flop, morgen Top?
Der Landkreis ist Randgebiet. Er ist schön, ohne Frage. Aber die Entwicklungschancen scheinen gering. Doch die Experten sind sich einig: Es tut sich etwas.
Wirtschaft im Landkreis: Gestern Flop, morgen Top?
Kritiker sind leiser, aber nicht verstummt
Die politische Debatte über den Murnauer Haushaltsplan 2018 kocht bislang eher auf Sparflamme. Der Markt steht finanziell sehr gut da und kann kräftig investieren. …
Kritiker sind leiser, aber nicht verstummt

Kommentare