Überzeugt vom gemeinsamen Prospekt: Thomas Schwarzenberger. f.: tom/A.

Prospekt 2012: Am Konzept wird nicht gerüttelt

Oberes Isartal - Ende Oktober erscheint der zweite gemeinsame Werbekatalog der Alpenwelt Karwendel - etwas dünner zwar, aber in gleicher Auflage. Auch beim Erscheinungsbild bleibt alles beim alten.

Vor knapp einem Jahr präsentierten die Verantwortlichen des Isartaler Tourismusverbunds im Mittenwalder Rathaus das Erstlingswerk. In zwei Monaten soll der zweite gemeinsame Prospekt der Alpenwelt Karwendel wieder mit einer Auflage von 60 000 unters Gästevolk gebracht werden.

Trotz latenter, gemeindeübergreifender Kritik einiger Isartaler Vermieter bleibt das Konzept gleich. Soll heißen: Der Katalog ist nicht nach den drei Orten (Mittenwald, Krün und Wallgau) sortiert. Stattdessen folgen nach den großen Hotels und Gästehäusern, die je nach Anzeigengröße weiter vorne oder hinten platziert sind, die anderen Herbergen - erst die klassifizierten, dann der Rest. Das aber hat in der Vergangenheit Traditionalisten auf die Palme gebracht. Lautstark forderten sie ein Umdenken und wieder die klassische Sortierung nach Ortschaften.

Doch die Tourismus-Experten der Alpenwelt Karwendel denken gar nicht an eine Rolle rückwärts. „Momentan geht die Tendenz der Kunden dahin, dass sie unser Konzept gut finden“, erläutert Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger. Daher könne man mit der Gestaltung des Premierenprospekts nicht so falsch gelegen sein. Der amtierende Vorsitzende der Alpenwelt Karwendel belegt das mit den bisher vorliegenden Zahlen einer Gäste-Befragung. Und die sprechen eine eindeutige Sprache. Bis gestern sind 412 Fragebögen ausgefüllt zurückgegangen. Darin finden 277 (67 Prozent) die Sortierung nach Orten sehr gut, 86 (21 Prozent) gut, 49 (12 Prozent) weniger beziehungsweise nicht gut. Eine „klare Bestätigung“ des eingeschlagenen Kurses, findet Schwarzenberger, zumal 94 Prozent der Urlauber auch die Gestaltung des Imageteils gut bis bis sehr gut finden.

Interessant auch die Frage, wie die Erholungssuchenden auf die Alpenwelt Karwendel gekommen seien. 57 Prozent gaben an, Stammgäste zu sein, 15 Prozent stießen übers Internet auf das Obere Isartal. 16 Prozent folgten einer Empfehlung, und weitere acht Prozent ließen sich auf Messen und Werbefahrten überzeugen.

Die aktuelle Version wird derzeit wieder von der beauftragten Schlehdorfer Agentur „Idee & Werbung“ umgesetzt. Die Kosten von zirka 150 000 Euro werden naturgemäß zum Großteil über Anzeigen der Gastgeber gedeckt. Laut Schwarzenberger beteiligen sich heuer „knapp 600“ Beherbergungsbetriebe am Alpenwelt-Karwendel-Katalog 2012. Gegenüber dem Vorjahr sind das rund 50 weniger. Der überwiegende Teil dieser ehemaligen Kunden geben die Sortierung der Häuser als Grund für ihre Kündigung an. Somit wird das Hochglanz-Produkt nicht mehr auf 340 Seiten kommen - weniger Inserenten, weniger Umfang.

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