Ein Schnapserl lässt sich Magdalena Schober von Franz Kriner junior einflössen. Diese feuchte Angelegenheit verfolgen (v. r.) Franz Rauth junior und Hubert Mayr junior. foto: kunz

Mit der Pumpernickel-Ella im Tempo-Rausch

Krün - Zum achten Mal ist am Wochenende das Krüner Nostalski-Rennen vonstatten gegangen. 500 Zuschauer und 66 Teilnehmer hatten ihren Spaß.

„Was, mit diesen alten Brettern wollen Sie in den Skiurlaub fahren?“ Mit dieser Frage wurde die Krünerin Daniela Freytag vor kurzem im Zugabteil von einem neugierigen Nachbarn konfrontiert. Der Grund, warum die gebürtige Thüringerin mit vorsintflutlichen Latten in der Regionalbahn München-Innsbruck sitzt, ist schnell erzählt: Freytag will beim Krüner Nostalski-Rennen teilnehmen. „Dazu habe ich bei meinen Eltern die alten Skier und Klamotten besorgt“, klärt die Verkäuferin auf. „ Und damit mich keiner kennt, habe ich noch einen Schleier vors Gesicht gezogen und mich als Pumpernickel-Ella angemeldet.“

Trotzdem hat sie Alois Stelzl, Chef der ausrichtenden Junggesellen, am Samstag bei der achten Auflage des Gaudi-Wettkampfs identifiziert. Rund 500 Zuschauer verfolgten am Barmsee-Lift die teils tollkühnen Darbietungen der 66 Teilnehmer. Neuerungen im Regelwerk gab’s diesmal auch: So mussten die Nostalgie-Sportler an der Mittelstation einen Schnaps trinken. Anti-Alkoholikern brummte die Jury eine Zehn-Sekunden Zeitstrafe auf. „Wer mehr Stamperl trinkt, bekommt aber keine Zeitgutschrift“, stellte Stelzl ebenso klar.

Bei solch strengem Reglement griff der eine oder andere ganz tief in die Trickkiste: Magdalena Schober etwa ließ sich bei ihrer Talfahrt den Schnaps von „Kellner“ Franz Kriner - er hatte mit Hubert Mayr junior auf zwei Kaltblut-Pferden die Junggesellen-Standarte zum Rennen gebracht - einflößen, um ja keine Zeit zu verlieren. Am Ende reichte es zu Rang fünf. Der älteste Teilnehmer war einmal mehr Mittenwalds Altbürgermeister Hans Neuner (Hackl). „Zeit, dass es losgeht, von meinen Stecken fallen schon die Riemen ab“, meinte der 74-Jährige, der dennoch auf der Sprungschanze einen Dreher zeigte und sich über Platz 15 freuen durfte. Überhaupt feierten die Zuschauer alle, die mit einem Ski oder zwei Brettln, laufend oder liegend ins Ziel kamen. Einen Stockerlplatz haben sich auch die Moderatoren Martin Ceeh und Max Achatz verdient. Ihr Hintergrundwissen sorgte für permanentes Zucken der Lachmuskeln. „Diese Technik der Backenbremse wird nicht alt“, meinte Ceeh bei einer ungewollten Rutschpartie. „Der hat seine Gondoliere-Ausbildung in Venedig abgebrochen, weil der Stecken zu kurz war“, kommentierte Achatz wiederum eine zögerliche Fahrt ins Tal. Spaß hatte am Ende jeder - vom Hackl-Hans bis zur Pumpernickel-Ella. ku

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