Die Schiffsschaukel bleibt leer: Armin Krattenmacher darf den Pumuckl in seinem Museum nicht zeigen. Gustl Bayrhammer als Meister Eder hingegen schon. Foto: Martin

Pumuckl-Museum ohne Pumuckl: Klabautermann wird nach Gerichtsurteil entfernt

Ohlstadt - Knapp ein halbes Jahr ist es her, dass Armin Krattenmacher gerichtlich untersagt wurde, mit der Figur Pumuckl in Erscheinung zu treten. Für sein Museum sucht er nun ein neues Konzept.

Die kleine Schiffsschaukel schwingt hin und her. Sie knarzt. Daneben steht ein Bild von Meister Eder - alles in dem Wohnwagen erinnert an den Pumuckl. Die Gestaltung, die dominierenden Farben Rot, Gelb und Grün, die Bilder der Schauspieler, die kleine Schaukel - doch vom beliebten Klabautermann fehlt jede Spur. Armin Krattenmacher hat in der Bartlmämühle in Ohlstadt ein Pumuckl-Museum ohne Pumuckl, weil Zeichnerin Barbara von Johnson ihm die Nutzung gerichtlich untersagte (wir berichteten). Daran hat sich auch ein halbes Jahr später nichts geändert. Krattenmacher macht das traurig. Er hatte gehofft, dass sich alles zum Guten wendet.

Doch ein positives Ende ist in dem Streit nicht zu erwarten. Das erkennt auch der Ohlstädter, der enttäuscht meint: „Es ist traurig, was der Pumuckl über sich ergehen lassen muss.“ Zu Ehren der Figur hatte Krattenmacher 2005 sein Museum eröffnet - nach Absprache mit Erfinderin Ellis Kaut und Johnson. Es folgten ein Internetauftritt und der Pumuckl-Verein, der ebenfalls eine Homepage einrichtete. Das war nicht abgesprochen und wurde Johnson wohl zu viel. Sie klagte erfolgreich - Krattenmacher musste eine Unterlassungserklärung abgeben, dass er mit dem süßen Kobold nicht mehr öffentlich in Erscheinung tritt.

Das belastet den Fan. „Ich habe mir doch nie was Böses dabei gedacht. Ich begreife das bis heute nicht. Das geht nicht in meinen Kopf“, seufzt er. „Seit dem Gerichtsurteil bin ich neben der Spur.“ Vorbei sind all die schönen Ausflüge - mit dem Pumuckl war der Schreiner in Schulklassen, in Kindergärten, bei Festen und Umzügen. Krattenmacher versteht die Welt nicht mehr. „Ich dachte, ich tue etwas Gutes. Das war ja kostenlose Werbung.“

Er hätte sich auch gewünscht, dass sich noch mehr Menschen für die beliebte Figur einsetzen. „Jeder kennt doch den Pumuckl, jeder mag ihn, aber nur wenige bekennen sich dazu.“ Wirklich kämpfen kann Krattenmacher nicht mehr. „Mir ist der Mut genommen worden.“

Derzeit ist sein Museum wegen Umbaus geschlossen - sowohl die feste Einrichtung als auch der Wohnwagen. „Wir müssen Pumuckltechnisch aufräumen.“ Zum Teil wird aussortiert, zum Teil mit rot-gelb-grünen Zetteln überklebt. Danach können Besucher wieder hinein - der Kobold ist aber nicht mehr zu sehen. Dafür werden die Schauspieler und Geschichten in den Vordergrund gerückt. Auch andere Erzählungen von Ellis Kaut möchte Krattenmacher aufgreifen. Dass es zum Pumuckl ja passt, sich unsichtbar zu machen und doch da zu sein, ist für den Fan nur ein kleiner Trost.

(kma)

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