Schöne Fassade, hinter der es aber bröckelt: das Ettaler Haus. foto: sehr

Rathaus-Dach muss dringend saniert werden

Ettal - Der Marder und tropfendes Eiswasser haben große Schäden angerichtet: Die Gemeinde Ettal wird rund 43.000 Euro für die Sanierung ihres Rathaus-Dachs ausgeben müssen.

Köpfe rauchten und Finger flogen über Taschenrechner-Tasten: Eine nicht gerade leichte Aufgabe mussten die Ettaler Gemeinderäte in ihrer Juni-Sitzung lösen. Es galt für sie herauszuarbeiten, welche Sanierungsvariante bei welcher Finanzierung die beste Lösung für das Ettaler Haus ist. An dessen Dach hat sich nämlich nicht nur der Marder heftig zu schaffen gemacht. Auch Schwelleis am Vordach und tropfendes Wasser haben an der Holzkonstruktion, wie sich bei Besichtigungen gezeigte, deutliche Schäden hinterlassen. Jetzt soll schnell gehandelt werden.

„Da muss noch heuer etwas passieren“, unterstrich Bürgermeister Josef Pössinger. Ansonsten drohe der gesamte Dachstuhl in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Als der Rathaus-Chef seinen Gemeinderäten Angebote von drei heimischen Unternehmen präsentierte, hätten Sitzungsbesucher meinen können, dass eine schnelle Entscheidung naht. Doch so einfach war die Sache nicht. Grundsätzlich mussten sich die Volksvertreter klar darüber werden, wie dick die Dämmschicht des neuen Daches werden sollte. Praktisch würden 120 Millimeter ausreichen. Doch erst ab einer Stärke von 180 Millimetern könnte die Gemeinde einen Förderkredit mit günstigem Zinssatz in Anspruch nehmen. Problematisch wäre bei dieser Lösung allerdings, dass das Dach dann viel besser gedämmt wäre, als es bei den Fenstern und Wänden des 1978 gebauten Hauses der Fall ist. Energie würde auf diese Weise nicht eingespart.

Mindestens 43 000 Euro müsste die Gemeinde bei der 120-Millimeter-Lösung für die Zimmerer- und Spenglerarbeiten sowie für ein Gerüstes ausgeben. „Wir könnten das Geld aber auch aus den Rücklagen nehmen“, stellte Pössinger klar und betonte, dass ein solcher Betrag für eine Gemeinde wie Ettal dennoch kein Pappenstiel ist. Für eine 180 Millimeter dicke Dämmung wären zusätzlich bis zu 8000 Euro zu zahlen.

Dennoch schien diese Lösung für die Volksvertreter interessant. Sie rechnen damit, dass die Bank-Zinsen in nächster Zeit steigen werden. Ein wichtiger Faktor: Denn die Verwaltung muss Ettal im nächsten Jahr viel Geld in die Verbesserung der Wasserversorgung investieren. Die Idee des Ortsparlaments: Es entscheidet sich für die stärkere Dämmung, nutzt den billigen Förderkredit und spart die Rücklagen für das anstehende Wasserprojekt.

Eine Variante, die dann letztlich doch verworfen wurde: Es würde nach Ansicht der Räte keinen Sinn machen, bis zu 8000 Euro mehr für die 180-Milimeter-Lösung auszugeben - wenn diese energetisch keinerlei Nutzen bringt. Also fiel die Entscheidung auf die billigere 120-Milimeter-Lösung, die umgehend umgesetzt werden soll.

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