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Politischer Dauerbrenner vor der nächsten Zündung

Rathaus Oberammergau: Wie geht es weiter?

Oberammergau - Es wird wohl wieder gestritten: Im Oberammergauer Gemeinderat steht einmal mehr eine Rathaus-Entscheidung an.

Kommt er nun, oder kommt er nicht – der Neubau eines Rathauses in der Gemeinde Oberammergau? Ist man bereit, dafür geschätzte 3,3 bis 3,6 Millionen Euro auszugeben? Fakt ist: Sollte ein neuer Verwaltungssitz noch zur nächsten Passion 2020 fertig werden, muss schnell eine Entscheidung fallen. Vielleicht schon heute in der öffentlichen Gemeinderatssitzung um 19 Uhr im Ammergauer Haus? Man mag nach den zum Teil endlosen und aufreibenden Debatten in den vergangenen Wochen und Monaten nicht so recht daran glauben. Es dürfte am Mittwoch wieder eine intensive verbale Auseinandersetzung mit dieser Thematik werden, denn vorsorglich ist nur ein Tagesordnungspunkt im öffentlichen Teil der Sitzung anberaumt worden. Zwei Anträge zu einem möglichen Rathaus-Neubau liegen auf dem Tisch – einmal von der CSU und der Liste BIO, und dann von den Fraktionen Frauenliste, Freie Wähler und Augenmaß. Vor allem letztere Konstellation überrascht Insider der heimischen Politszene, denn dass Gelbe und Augenmaß’ler auf einer Wellenlänge senden, kommt nicht so häufig vor!

Doch das Thema Rathaus eint offenbar die konträren Lager. Immer deutlicher wird inzwischen bei den politischen Gruppierungen, dass der (schon zweimal via Bürgerentscheid) abgelehnte Umzug der Verwaltung ins Ammergauer Haus keine Option mehr ist. So verkünden Frauenliste, Freie Wähler und Augenmaß in ihrem Antrag, „dass eine sinnvolle Umsiedlung und Zusammenführung dorthin . . . derzeit nicht umsetzbar ist“. Es bleibe dann lediglich ein Neubau. Auch für CSU und BIO stellt die aktuelle räumliche Unterbringung der Verwaltung „ein temporäres Provisorium“ dar, das den Ansprüchen sowohl der Bürgerschaft als auch der Beschäftigten an eine moderne Verwaltungsinfrastruktur „in keinster Weise entspricht“. Beide Gruppierungen favorisieren die Erstellung einer Umsetzungsplanung für einen Rathaus-Neubau in der Schnitzlergasse mit dem Ziel einer Baufertigstellung bis 2019. Hierbei sei jedoch vor allem die finanzielle Gesamtsituation und Leistungsfähigkeit der Gemeinde zu prüfen und zu berücksichtigen.

Auch der Antrag von Frauenliste, Freien und Augenmaß enthält eine Aufzählung einer Reihe von Voraussetzungen und Bedingungen, die nach deren Ansicht bei einem möglichen Neubau erfüllt sein müssten. Dem würde man nur zustimmen, so heißt es, wenn zur Gegenfinanzierung der Investitions- und Betriebskosten „die Ausgaben für die verbleibenden gemeindlichen Liegenschaften erheblich gesenkt werden können“. Dazu müssten der Mietvertrag mit der Ammergauer Alpen GmbH gekündigt und ein alternativer Standort für die Tourist-Info im Ortszentrum gefunden werden. Die drei Fraktionen sind im übrigen der Überzeugung, dass ein Rathaus-Neubau angesichts der Aufgabenfülle, die bei den Vorbereitungen der Passionsspiele 2020 zu bewältigen sei, voraussichtlich erst danach realistisch sei.

Ludwig Hutter

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