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In die Jahre gekommen – das Rathaus in Bad Bayersoien. Eine Sanierung ist unumgänglich.

Rathaussanierung

Schnäppchen dank Mega-Spritze

Bad Bayersoien – Manche Gemeinden müssen ihr Rathaus abreißen, andere sanieren es. Zur zweiten Kategorie zählt Bad Bayersoien.

Dort wird der Verwaltungssitz jetzt generalüberholt – für 260 000 Euro. Der Gemeinderat segnete das Projekt am Dienstagabend endgültig ab.

Dass der Kurort trotz klammer Haushaltslage das Vorhaben in Angriff nimmt, liegt an einer kräftigen Finanzspritze des Freistaats. Stolze 232 000 Euro fließen aus dem bayerischen Kommunal-Investitions-Programm (KIP) in die Ammertal-Gemeinde. Die Regierung von Oberbayern hatte Bürgermeisterin Gisela Kieweg heuer im Mai diese Zuschusssumme in Aussicht gestellt.

In der Ratssitzung gaben die Planer einen ersten Überblick über die Arbeiten. Dabei wurde deutlich: Das mehr als 120 Jahre alte Gebäude an der Dorfstraße bedarf dringend einer Modernisierung. Die einstige „Bierlingvilla“ wurde 1895 von Ludwig Bierling erbaut, 1962 erwarb sie die Gemeinde und nutzt es seitdem als Verwaltungssitz. Mittlerweile machen die alten Fenster energetische Probleme, zudem gibt es Senkrisse im Mauerwerk. Auch ist der Zugang zum Rathaus samt Tourist-Info alles andere als behindertenfreundlich und für Kinderwagen ungeeignet.

Das Bad Kohlgruber Büro Böhmer-Laubender hat die Örtlichkeit bereits unter die Lupe genommen. Ergebnis: Die Sanierung ist machbar und wohl nicht allzu aufwändig, wie Architekt Michael Laubender den Räten erklärte. Seine grobe Kostenschätzung liegt bei 250 000 Euro brutto. Größter Brocken wäre nach seiner Rechnung die Wärmedämmung samt der Dacharbeiten für kalkulierte 80 000 Euro: „Wärmedämmtechnisch ist bislang gar nichts passiert.“ Um zwei weitere Posten kommt die Gemeinde nicht herum: Zum einen muss das Mauerwerk an der Südost-Ecke des Gebäudes unterfangen werden. Dort hat sich ein sichtbarer Riss gebildet, weil sich das Anwesen wegen Feuchtigkeit abgesenkt hat. „Das ist keine hochkomplizierte Sache“, beruhigte der Murnauer Statiker Michael Wiesener. Zum Zweiten braucht es einen barrierefreien Zugang ins Rathauhaus. Dazu bemerkte Kieweg: „Der 1. Stock wird nie barrierefrei werden. Ein Aufzug käme zu teuer und ein Treppenlift in dem engen Aufgang ist zu unpraktisch.“

Auf der Aufgabenliste stehen auch die mehr als 30 Jahre alten Fenster. Ob es aber komplett neue Exemplare gibt, wie es sich die Bürgermeisterin wünscht, ist eine Kostenfrage. Auch bei der Beleuchtung „kann man ein gutes Stück an Energie sparen“, machte Laubender klar.

Am Ende waren die Räte vom Grobkonzept überzeugt. Ohne große Debatte und einstimmig wurde die Sanierung auf den Weg gebracht – und 260 000 Euro Kosten angesetzt. Wie geht es weiter? Die Bürgermeisterin will jetzt den Förderantrag fertigmachen – den Zuschuss von maximal 90 Prozent der förderfähigen Kosten will sie komplett ausschöpfen. Die restlichen zehn Prozent muss die Kommune tragen. Gibt die Regierung ihr OK, soll möglichst schnell die Ausschreibung erfolgen.

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