Los geht's: (v. l.) Architekt Ingolf Kanzler (Freiburg), Kultusminister Ludwig Spaenle, Landrat Harald Kühn, Murnaus Bürgermeister Michael Rapp und der kommissarische Schulleiter Ralf Havelka beim symbolischen Spatenstich – begleitet von zwei jungen Volksmusikanten. Foto: Kolb

Realschulbau in Murnau: 21 Millionen Euro für die Bildung

Murnau - Gut vier Jahre dauerte das Ringen um den Bau einer Murnauer Realschule. Die Mühen haben sich gelohnt: Am Dienstag fand der symbolische Spatenstich statt - mit Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) als Ehrengast. Der dreizügige Ausbau gilt als sicher.

Der Termin war mit Spannung erwartet worden. Konkrete Schülerzahlen blieb aber auch Kultusminister Ludwig Spaenle schuldig - mit Verweis auf den noch laufenden Probeunterricht. Die endgültigen Daten sollen bald vorliegen. Doch an der Dreizügigkeit, also drei Klassen pro Jahrgangsstufe, führt offenbar kein Weg vorbei. Denn: „Die erfreuliche Zahl der Einschreibungen mache einen dreizügigen Ausbau erforderlich“, wird der Minister in einer Pressemitteilung zitiert. Vor Ort drückte er sich etwas vorsichtiger aus.

Aus gut informierten Kreisen hat diese Zeitung erfahren, dass für das kommende Schuljahr rund 70 Schüler angemeldet wurden - genug, um die besagten drei Klassen zu bilden. Wie bereits berichtet, konnten Eltern vergangene Woche ihre Kinder einschreiben - erstmals auch Mädchen.

Für den Realschulneubau, der auf der Wiese gegenüber dem Staffelsee-Gymnasium entsteht, bedeutet dies: Er wird eine Nummer größer als bislang genehmigt - und teurer. Das für die Bildungsstätte zuständige Landratsamt ging bei der zweizügigen Variante von Gesamtkosten (inklusive Grunderwerb) in Höhe von rund 14 Millionen Euro aus, jetzt steigen diese auf geschätzte 21 Millionen Euro. Bezahlen muss das Ganze der Kreis, Spaenle sichert aber einen „finanziellen Beitrag des Freistaates“ zu.

Die Kreisbehörde ist auf die größere Variante vorbereitet: Die Pläne hierfür liegen bereits in der Schublade. Zuerst wird nun ein Kerngebäude errichtet, das Platz für eine zweizügige Schule bietet. Etwas zeitversetzt entstehen eine Zweifachturnhalle und ein Erweiterungsbau, der unter anderem eine Mensa und weitere Klassenräume beheimatet. „Modulare Bauweise“ nennen dies die Architekten. Theoretisch wäre sogar der Sprung zur vierzügigen Schule möglich. Der Fahrplan ist ehrgeizig: Ende 2014 soll der erste Bauabschnitt mit dem besagten Zentralgebäude bezugsfertig sein, ein Jahr später soll der Erweiterungskomplex stehen. Bis zum Umzug müssen die Schüler mit Containern als provisorisches Domizil Vorlieb nehmen, die auf dem Parkplatz der Mittelschule stehen.

Die Festredner, die in der Aula des Staffelsee-Gymnasiums ans Pult traten, waren sich einig: Mit der Murnauer Realschule werde der Landkreis als Bildungsregion gestärkt. „Damit knüpfen wir das Netz der Bildungsangebote noch enger“, sagte Spaenle. So könne man den jungen Menschen Zukunftschancen eröffnen, „die ihren Interessen und Talenten entsprechen“. Landrat Harald Kühn (CSU) machte sich schon mal Gedanken über einen möglichen Namen für die Einrichtung. Als Paten schlug er den Schriftsteller Ödön von Horváth und Christoph Probst, den in Murnau geborenen Widerstandskämpfer der Weißen Rose, vor. Und für Bürgermeister Dr. Michael Rapp (CSU) steht fest: „Bildung ist das Beste, was wir unseren Kindern und Enkelkindern zukommen lassen können.“

Das Thema Realschule beschäftigt Murnau seit Jahren. Den Stein ins Rollen brachten Eltern, die 2009 fast 7000 Unterschriften für die Schaffung der Lehrstätte sammelten. Diese wurde 2011 gegründet - und war zuerst nur für Buben gedacht. Eltern und Politiker protestierten - mit Erfolg. Heuer ab September werden auch Mädchen aufgenommen. Bislang war dies nur in Ausnahmen der Fall. (as)

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