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Modern und neu: Die Murnauer Realschule kann gar nicht alle Interessenten aufnehmen. 

Hochphase bei Schülerzahlen aber vorbei

Realschule Murnau ist heiß begehrt

Murnau - Die neue Murnauer Realschule erfreut sich eines enormen Zuspruchs. Die Einrichtung kann gar nicht alle Interessenten aufnehmen. Bei anderen Realschulen sinken hingegen die Zahlen. Doch das war offenbar teilweise auch so geplant.

Bernd Schober, Leiter der Zugspitz-Realschule in Garmisch-Partenkirchen, zeigt sich entspannt. „Ich bin zufrieden, so wie es ist.“ Rund 400 Schüler drücken in der Einrichtung am Gamsangerweg aktuell die Schulbank. Das war vor ein paar Jahren noch anders. Zu Hochzeiten wurden schon mal 650 gezählt. „Da waren wir mit der Aufnahmekapazität an der Grenze.“

Schober denkt, dass sich die Zahlen bei 400 einpendeln werden. „Ich sehe keine Gefahr, dass es zu wenig Schüler werden.“ Für das laufende Jahr konnten sogar wieder drei fünfte Klassen gebildet werden. Das war 2014/2015 und 2015/2016 nicht der Fall.

Konkurrenz durch die neue Murnauer Realschule fürchtet er somit nicht. Diese sei auch als Entlastung gedacht, betont Schober. Von daher seien die geringeren Zahlen an der Zugspitz-Realschule geplant gewesen. „Für uns sehe ich die Entwicklung positiv“, fasst der Leiter zusammen.

Sinkende Zahlen verzeichnet ebenso die Erzdiözese München und Freising, Trägerin der St.-Irmengard-Realschule in Garmisch-Partenkirchen. Heuer registrierte man dort 471 Anmeldungen (Gymnasium: 512, Fachoberschule: 46). Im vergangenen Jahr waren es an der Realschule 504 gewesen (Gymnasium: 541, FOS: 44) und in 2014/15 noch 516 (Gymnasium: 572 FOS: 42). Ursula Hinterberger von der Pressestelle des Ordinariats ist es ein Anliegen, auch die Zahlen der anderen Einrichtungen zu nennen. Denn bei den St.-Irmengard-Schulen handle es sich „um einen gemeinsamen Schulstandort“. Und die Zahlen müssten „entsprechend im Kontext gesehen werden“. Im Übrigen habe eine neue Einrichtung wie die Murnauer natürlich Auswirkungen.

Das stellt man auch in der Schlehdorfer Realschule fest, deren Trägerin ebenfalls die Diözese München und Freising ist. „Wir merken schon, dass wir weniger Schüler aus Murnau und den umliegenden Orten haben“, sagt Direktor Manfred Ilitz. Das Ordinariat hat für die Schlehdorfer Realschule eine Mindestzahl von 50 Anmeldungen vorgegeben. Für 2016/2017 kamen 68 zusammen, im Jahr zuvor waren es unter 50. Ilitz und sein Team rührten daher 2016 mächtig die Werbetrommel. Dabei veranstalteten sie unter anderem Schnuppertage. „Das hat sich bewährt, das machen wir auf jeden Fall wieder“, kündigt der Direktor an. Einschreibungen stehen ab Mai an. „Da wird es spannend.“ Die 50er-Marke sei ein „Ansporn“. Ilitz: „Wir geben unser Bestes, eine gute Schule zu sein.“

Fakt ist: Die Schülerströme formieren sich neu. „Das hat auch keiner anders erwartet“, sagt Ralf Havelka, Leiter der Realschule im Blauen Land in Murnau. Aus seiner Sicht funktioniert das. „Die Schüler haben wohnortnah ein Super-Angebot. Das ist das Entscheidende.“

Alle Interessenten aufnehmen kann Murnau freilich nicht. So lehne die Einrichtung Bewerber aus Oberammergau, Bad Bayersoien und Huglfing „eher ab, weil wir sonst mit der Kapazität an unsere Grenzen kommen“, erläutert Havelka. Er sieht in der Murnauer Realschule unterm Strich einen „Gewinn für die Bildungsregion“.

600 junge Menschen besuchen derzeit die Einrichtung. Die Klassen 5, 6, 7 und 8 sind momentan vierzügig. Das heißt: Es gibt vier Klassen je Jahrgangsstufe. Auch für 2015/16 waren bereits „aufgrund des großen Andranges ausnahmsweise vier statt drei Eingangsklassen gebildet worden“, erklärt Franziska Klein vom Büro des Landrats.

Ist geplant, dass die Realschule Murnau komplett vierzügig wird? Klein verneint. „Die Schule ist nur als dreizügige Schule genehmigt.“ Die Vierzügigkeit in vier Jahrgangsstufen sei lediglich eine Ausnahme. „Mit dieser Beschränkung sollen auch die Interessen etwa der Realschulen in Garmisch-Partenkirchen und Schlehdorf gewahrt werden.“

Roland Lory

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