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Der angepeilte Standort: An der Bundesstraße 2 im Bereich der Abzweigung Richtung Hofheim soll die Gärtnerei entstehen.

Geplante Gewächshaus-Anlage an B2

Ein zähes Ringen um geplante Murnauer Gärtnerei

Murnau - In wenigen Wochen wird vor Gericht erneut über die geplante Gärtnerei der Murnauer Familie Müssig verhandelt. Dabei geht es um die Frage, ob zusätzliche Auflagen des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen rechtmäßig sind.

Genauer gesagt, wird am 26. Juli am Verwaltungsgericht München über die Niederschlagswasserbeseitigung gesprochen. Für Kläger Andreas Müssig ist der Fall klar: „Ich will nicht auf Mehrkosten sitzenbleiben.“ 

Die Müssigs wollen am nördlichen Ortsrand an der Bundesstraße 2 im Bereich der Abzweigung nach Hofheim eine Gewächshaus-Anlage bauen. Dort sollen Blumen und Pflanzen kultiviert und auch verkauft werden. Das Landratsamt erteilte für das ehrgeizige Projekt nach einem zähen Genehmigungsverfahren seinen Segen.

Allerdings wurden Müssigs dann mit zusätzlichen Auflagen konfrontiert. Floristmeister Andreas Müssig zog vor Gericht. Anfang 2016 konnte er einen Erfolg verbuchen. Denn das Verwaltungsgericht München entschied in seinem Sinne. Der Bescheid des Landratsamts vom Juni 2015 wurde teilweise aufgehoben. Bei den nachträglichen Auflage geht es vor allem um das Wasserwirtschaftsrecht. Denn die Gemeinde Seehausen braucht ein neues Wasserschutzgebiet, die geplante Gärtnerei liegt in diesem Areal. Der Freistaat Bayern will sich nicht geschlagen geben und in die nächste Instanz gehen. Über die Zulassung der Berufung hat der zuständige Senat noch nicht entschieden. „Derzeit ist auch noch nicht absehbar, wann eine Entscheidung ergehen wird“, sagt Martin Scholtysik, Pressesprecher am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH). 

Zunächst geht es nun am 26. Juli am Verwaltungsgericht um die Beseitigung des Niederschlagswassers. Nach Angaben von Michael Kleissl von der Pressestelle des Landratsamts hat die Kreisbehörde im Wesentlichen folgende ergänzende beziehungsweise geänderte Auflagen erlassen: „Das Niederschlagswasser aller befestigten Bodenflächen ist in Sickermulden mit je zehn Zentimeter Humusüberdeckung zu versickern.“ Anders als im ursprünglichen Bescheid der Kreisbehörde geregelt, müsse damit auch das Niederschlagswasser auf weiteren Straßenflächen im Osten und Süden des Geländes in Sickermulden und nicht über Rigolen beseitigt werden. „Das Niederschlagswasser der Dachflächen ist außerdem von Grobstoffen (Laub et cetera) vorzureinigen und über Absetzbecken in eine Regenwasserzisterne einzuleiten“, sagt Kleissl. Das nicht für Gießzwecke verbrauchte Regenwasser sei über Rigolen in den Untergrund zu versickern. 

Warum überhaupt all diese Forderungen? Der geplante Gartenbaubetrieb „war zunächst mit dem inzwischen festgesetzten Wasserschutzgebiet für die öffentliche Trinkwasserversorgung der Gemeinde Seehausen nicht vereinbar“, erklärt Kleissl. Durch die nachträglichen Auflagen der Wasserwirtschaft sei es jedoch möglich gewesen, eine Befreiung zu erteilen. Der Bauherr könne „also bei Beachtung der zusätzlichen Anforderungen seinen Gartenbaubetrieb“ tatsächlich verwirklichen. 

Kläger Müssig, der auch für die CSU im Marktgemeinderat sitzt, will jetzt erst einmal abzuwarten, wie die Verhandlungen ausgehen. „Momentan schaut es sehr gut aus.“ Allerdings wisse man bei Gerichten nie, was am Ende herauskommt.

Roland Lory

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