Hat alle Hände voll zu tun: Seit Ende 2011 ist Florian Hibler vom Ausländeramt auch mit der Asylbewerber-Thematik beschäftigt. Mittlerweile sind ihm eigens dafür weitere fünf Mitarbeiter zur Seite gestellt worden – und es sollen noch mehr werden. Foto: lory

Regierung erhöht auf 830 Flüchtlinge

Garmisch-Partenkirchen - Die Nachricht schlägt ein wie eine Bombe. Bis Ende 2015 waren dem Landratsamt 570 Flüchtlinge angekündigt - 430 davon sind bereits hier. Jetzt hat die Regierung von Oberbayern die Prognose nach oben korrigiert und eine Unterbringung von bis zu 830 Menschen gefordert. Diese Mitteilung brachte selbst Ausländeramtsleiter Florian Hibler kurzzeitig ins Schleudern.

„Damit haben wir absolut nicht gerechnet“ gesteht Florian Hibler, der ja mittlerweile daran gewöhnt ist, so manch Hopplahopp-Aktion zu schultern. „Wir waren völlig überrascht, als wir vergangene Woche diese Nachricht von der Regierung von Oberbayern erhielten.“ 830 anstatt 570 Flüchtlinge im laufenden Verfahren sollen also im Landkreis Garmisch-Partenkirchen bis Ende dieses Jahres untergebracht werden - 260 mehr als bislang angekündigt.

„Die Prognose der Regierung für Ende 2014 lautete 410 Menschen, tatsächlich waren es dann 430, die uns zugewiesen wurden und jetzt auch hier leben“, erläutert Hibler. Mit solch moderaten Abweichungen kam die Behörde gut zurecht. Hibler hatte sich bis dato immer stolz darüber gezeigt, dass es dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen gelungen war, für alle seitens der Regierung angekündigten Menschen Unterkünfte aufzutun. Und das, ohne dabei, wie in anderen Landkreisen schon praktiziert, öffentliche Gebäude wie beispielsweise Turnhallen in Anspruch nehmen zu müssen. Auch die bislang angekündigten insgesamt 570 Menschen bis Ende 2015, also 140 zusätzlich zu den bisher hier Lebenden, bereiteten Hibler und seinem Team keine Sorgen. Auch für sie konnte vorgesorgt werden.

Doch nun beginnt die teils mühsame Suche von Neuem - und zwar für weitere 260 Menschen. „Jetzt werden wir wohl oder übel auch an andere der insgesamt 22 Landkreisgemeinden herantreten müssen, die bislang nicht zur Diskussion standen“, kündigt Hibler an. Einen kleinen Lichtblick hat der Chef des Ausländeramts aber schon. „In Murnau hat sich neben dem CVJM-Heim in Moosrain, in dem ab März 40 Menschen leben werden, mittlerweile eine neue Option aufgetan. Details kann ich noch nicht nennen, aber es sieht gut aus.“ Auch weitere, bereits vorhandene Offerten aus bisher noch nicht betroffenen Ortschaften, werden nun erneut einer genauen Prüfung unterzogen. „Sie wurden zurückgestellt, weil sie bislang nicht als optimal galten.“

Derzeit gibt es in sechs Gemeinden Unterkünfte für Flüchtlinge: In Grainau leben 67 Menschen, in Garmisch-Partenkirchen 260, in Bad Bayersoien mittlerweile 17 und in Bad Kohlgrub 83. Im Murnauer Ortsteil Westried/Moosrain sollen ab März 40 Menschen untergebracht werden, in Mittenwald voraussichtlich ab April 80 Plätze zur Verfügung stehen. „Dazu kommen 30 Minderjährige, die in Jugendeinrichtungen beherbergt wurden“, erklärt Hibler, „zudem sind einige Privatunterkünfte in beispielsweise Oberammergau und Ettal belegt.“

Mit Spekulationen über die Gründe für diese unerwartete Korrektur seitens der Regierung hält sich Hibler zurück. Wichtig ist für ihn und sein mittlerweile sechsköpfiges Team jetzt, auf diese Änderung möglichst optimal zu reagieren zu können. Und: „Es sind Maximal-Prognosen, die ja nicht unbedingt eintreten müssen.“ (sp)

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