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Was mit dem BRK-"Seehaus" passiert, ist aktuell offen.

BRK-Anwesen

"Seehaus" als Flüchtlingsheim aktuell vom Tisch

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Seehausen -Die Pläne sorgten für Aufruhr: Im BRK-Seniorenheim „Seehaus“ sollten für einen begrenzten Zeitraum Flüchtlinge einziehen, Bewohner mussten ihre Zimmer räumen, Umbauten erfolgten. Nun hat sich der Wind gedreht.

 Einiges spricht dafür, dass das Vorhaben Asylbewerber-Unterkunft im "Seehaus" nicht umgesetzt wird. Die Regierung von Oberbayern geht momentan auf Distanz zu diesem Standort, die „Seehaus“-Eigentümerin wiederum bringt einen schnellen Verkauf des Areals ins Spiel.

Im Frühjahr kam der Schnitt: Die Regierung von Oberbayern hat angesichts der gesunkenen Flüchtlingszahlen einen Anmietstopp für neue Unterkünfte verhängt und seitdem einen Großteil der über 600 fraglichen, bereits geplanten Vorhaben auf mögliche Ausnahmen hin überprüft – darunter das „Seehaus“. Das Ergebnis gab die Pressestelle am Dienstagnachmittag auf Tagblatt-Anfrage bekannt: „Aktuell wird das Objekt seitens der Regierung nicht aktiv weiterverfolgt.“ Die Pläne liegen also mindestens auf Eis – oder sie sind bereits gestorben.

Die Eigentümerin und Betreiberin des „Seehaus“, die Sozialservice-Gesellschaft (SSG) des Bayerischen Roten Kreuzes, die sich monatelang in der Warteschleife befand, verfolgt indes einen Plan B. Die SSG liebäugelt damit, das rund 16 000 Quadratmeter große Anwesen gleich zu verkaufen – ein Schritt, der anfangs für die Zeit nach einer befristeten Asylnutzung vorgesehen war. SSG-Geschäftsführer Christian Pietig verweist auf zwei sehr konkrete Kaufinteressenten, die das Seehaus abreißen und in einem Neubau wieder Senioren- beziehungsweise Betreutes Wohnen realisieren wollen – allerdings „nur mit freiem Seeblick“, sagt Pietig.

Konkret bedeutet das: Damit das Geschäft zustande kommen kann, müsste der Baumbestand „zumindest deutlich reduziert“ werden, der die Sicht auf den Staffelsee blockiert. Dieser sei auf historischen Aufnahmen noch nicht vorhanden, sagt Pietig, und wachse zum Großteil, aber nicht ausschließlich auf BRK-Grund. „Ein schmaler Streifen gehört der Gemeinde.“ Er verweist auf Gespräche und Kontakt mit Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU). „Wenn wir eine Lösung finden und uns mit der Gemeinde einigen, könnten wir das Objekt sehr kurzfristig verkaufen – dann würden dort niemals Flüchtlinge einziehen“, sagte Pietig am Dienstag. Wenige Stunden später machte die Regierung dem Tagblatt gegenüber öffentlich, das Objekt „Seehaus“ aktuell nicht weiter zu verfolgen. In Pietigs Augen stellt die schnelle Verkaufs-Variante „im Moment für alle Beteiligten die Königslösung dar – es würde das entstehen, was die Gemeinde eigentlich will“. 

Was die Kommune hier genau möchte, bleibt indes im Dunkeln. Hörmann befindet sich im Urlaub, der Dritte Bürgermeister Daniel Schreyer (CSU), der in die Angelegenheit eingebunden gewesen sein soll, gibt sich zugeknöpft. Man befinde sich im regelmäßigen Austausch mit Pietig, so Schreyer; zu Inhalten könne er nichts sagen, so lange es nichts Offizielles gebe. Es liege kein Antrag an den Gemeinderat auf Nutzungsänderung oder Baumfällung vor.

Vize-Bürgermeisterin Inge Policzka (PWS) bestätigt, dass bereits vor Monaten ein Interessent, der über mehrere Häuser verfüge, dem Seehauser Gemeinderat Pläne für eine Bebauung des „Seehaus“-Areals vorgestellt hat, die mit fünf Stockwerken als überdimensioniert eingestuft wurde und auf Ablehnung stieß. „Das wäre unmöglich gewesen.“ Das galt auch für die Art der Nutzung: zwei Drittel für Wohnen, ein Drittel für Altenpflege.

Offen bleibt, ob der Interessent, der einst den Lokalpolitikern seine Pläne vorgestellt hatte, einer der beiden möglichen Käufer ist, die aktuell im Spiel sind. Pietig möchte sich zu dieser Frage „nicht äußern“.

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