86-Jähriger bemerkt komischen Geschmack im Wasser

Rentner betäubt: Pflegekraft (49) in Haft

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Mit Beruhigungsmitteln hat eine polnische Pflegekraft (49) einen Rentner im nördlichen Landkreis betäubt. Während der 86-Jährige schlief, hat sie ihm Geld gestohlen. Jetzt sitzt sie im Gefängnis.

Landkreis – Er hat ihr vertraut, sie in seinem Haus aufgenommen – und wurde bitter enttäuscht. Mehrfach hat eine 49-jährige Pflegekraft dem 86-Jährigen aus dem nördlichen Landkreis Beruhigungsmittel verabreicht. Ohne medizinischen Grund. Der Mann schlief darauf häufig ein. Kostbare Zeit für die Polin, um ihm immer wieder Bargeld zu stehlen. Als sie schließlich auch noch seine Kreditkarte entwendete, die erst am Tag zuvor mit der Post gekommen war, schöpfte der Rentner Verdacht und wandte sich an seine Angehörigen. Diese schalteten daraufhin sofort die Polizei ein.

Im Lauf der Vernehmungen kam der 86-Jährige auch auf das Mineralwasser, dessen komischen Geschmack und sein auffällig häufiges Einschlafen nach dem Trinken zu sprechen. Seiner Meinung nach enthielt das Getränk ein Schlafmittel. Geistesgegenwärtig hatte er eine Flasche bereits zur Seite gestellt, so dass die Kriminaltechniker sofort eine Probe nehmen konnten. „Eine Untersuchung des Inhalts durch das Sachgebiet Chemie des Bayerischen Landeskriminalamtes bestätigte den Verdacht des Rentners“, sagt Simon Irger, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. Seine Kollegen entdeckten „ein Beruhigungsmittel in wirksamer Dosis“. Aufgrund dieses Ergebnisses erließ die Staatsanwaltschaft München II Haftbefehl gegen die 49-Jährige – unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Beamten lieferten die Frau umgehend in einer Justizvollzugsanstalt ab.

Pflegerin entwendet immer Kleinbeträge

Glück für den Rentner war sicher, dass er geistig noch äußerst fit ist. Nur so konnte er überhaupt mitbekommen, was seine Pflegekraft bei und vor allem mit ihm abzog. Die gelernte Krankenschwester, die fast rund um die Uhr im Haushalt mit der Pflege des körperlich gebrechlichen Mannes beschäftigt war, ging der Polizei zufolge äußerst dreist und abgebrüht vor. „Sie hat immer Kleinbeträge entwendet, damit’s nicht auffällt“, erklärt Werner Burger, Leiter der Kripo Garmisch-Partenkirchen. Allein die Diebstähle, nicht einmal der der Kreditkarte, für die die Frau gar keine Pin-Nummer hatte, hätten nicht gereicht, um sie hinter Gitter zu bringen. „Dass sie ihm Medikamente ins Wasser gemischt hat, das ist eine ganz andere Dimension.“ Dazu kommt, dass die Polin „nicht ganz unbescholten ist“.

In diesem Zusammenhang warnt Burger eindringlich davor, Bargeld in größeren Mengen und Schmuck ungesichert daheim aufzubewahren. „Es kommt leider immer häufiger vor, dass alte Leute abgezockt werden“, bedauert er. Wenn es sich nur um Beträge bis zu 50 Euro handelt, merken die Betroffenen sogar häufig gar nichts. „Die Dunkelziffer ist hoch.“ Ihnen empfiehlt er dringend, ihre Wertsachen möglichst auf der Bank oder bei vertrauenswürdigen Angehörigen aufzubewahren. Auch ein Tresor im Haus bedeute einen gewissen Schutz vor Langfingern,meint der Kripo-Chef. „Dann sollte der Anreiz für potenzielle Diebe schon einmal wegfallen.“

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