Gedanken zur Nazi-Zeit trägt Nina Amberg vor. Foto.: kma

Respektvoll und kreativ: Werdenfels-Schüler begehen Holocaust-Gedenktag

Garmisch-Partenkirchen - Unter dem Titel "Zivilcourage - damals wie heute" haben sich die neunten Klassen des Werdenfels-Gymnasiums mit den Verbrechen der Nazis und heutigem Radikalismus auseinandergesetzt.

„Na, wer von euch geht denn regelmäßig rüber und isst einen Döner?“, fragte Michael Paxian in der mit über 100 Schülern gefüllte Aula. Fast alle Arme schnellten hoch. „Dacht ich es mir doch.“ Der Lehrer lächelte und ergänzte, er mache das auch. Die Integration fremder Kulturen, das Engagement gegen Rechtradikalismus und Informationen zu den Verbrechen der Nazis standen im Zentrum der Veranstaltung „Zivilcourage - damals wie heute“. Diese hatten die neunten Klassen des Werdenfels-Gymnasiums Garmisch-Partenkirchen anlässlich des Holocaust-Gedenktages 2011 organisiert.

Bereits im September waren die Schüler mit dem Thema konfrontiert worden, als sie im Rahmen des Kultursommers das Stück über die NS-Opfer Albrecht Haushofer und Anna Zahler besucht hatten. Nun machten sie sich selbst Gedanken. Die 9a hatte dabei den Auftrag, eine Rede passend zum Gedenktag zu halten. Zehn Vorschläge erarbeiteten sie, der beste wurde gestern gehalten: der von Nina Amberg. „Ich war ganz schön nervös“, gestand die 15-Jährige, die es von Theaterstücken eigentlich gewohnt ist, auf der Bühne zu stehen. „Aber so ein Vortrag ist etwas anderes.“ Den Mitschülern gefiel es. Viel Applaus gab es für den Beitrag, der die Frage aufwarf, was mit mehr Zivilcourage im Dritten Reich möglich gewesen wäre.

Andere Schüler entwarfen Denkmäler im Rahmen des Haushofer/Zahler-Projekts. Eines davon soll im Kunstunterricht ausgesucht, umgesetzt und im Eingangsbereich der Schule aufgestellt werden. Außerdem wurden Spielszenen gezeigt - ganz unter dem Motto: Wie hättest du dich in dieser Situation verhalten?

„Wir Schüler waren sehr interessiert an dem Thema“, sagte Amberg. So war es bis zum Abschlussbericht ruhig in der Aula des Gymnasiums. Die 14- bis 16-Jährigen legten nicht nur einen kreativen, sondern auch einen respektvollen Umgang mit dem sensiblen Thema an den Tag. (kma)

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