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Bürgermeister vor Ort: Karl-Heinz Reichert macht sich auf der Baustelle ein Bild von den Arbeiten.

Arbeiten für die nächsten Jahrhunderte

Spannendes Innenleben im "Lampl"

Bad Kohlgrub - Der Umbau des Lampl-Hauses läuft planmäßig. „Wir haben weder böse Überraschungen erlebt noch historische Funde gemacht“, sagt Bürgermeister Karl-Heinz Reichert.

Es geht voran im Lampl-Anwesen im Herzen von Bad Kohlgrub. Der kostenträchtige Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes (1,7 Millionen Euro) in ein Haus der Vereine liegt voll im Zeitplan. Die Arbeiten gestalten sich mitunter spannend. So ergab eine archäologische Untersuchung des Holzes, das beim Kernhaus verbaut wurde, dass es bereits 1642 geschlagen wurde.

Und so sieht es teilweise auch aus. Der Holzwurm hat darin gewütet, und einige Stellen an den Wänden sind sehr schadhaft. Deshalb werden sie auch hinter Beton verschwinden. Wie man im Zugangsbereich des historischen Gebäudes gut sehen kann, steht nach der aufwändigen Anhebung einer Hausecke um acht Zentimeter und der Betonierung aller Böden im Untergeschoss jetzt die Versteifung an. Stahlstangen säumen den Korridor bereits zu beiden Seiten. „Im Moment warten wir noch auf die Betonfertigteile, die hier verbaut werden“, erzählt Bürgermeister Karl-Heinz Reichert. Mit den unmittelbar bevorstehenden Stahlarbeiten, die bereits vergeben sind, „wird das Gebäude gesichert und die Statik für die nächsten Jahrhunderte gewährleistet“.

Reichert steht im regen Kontakt mit Dr. Nikolaus Könner vom Landesamt für Denkmalpflege. Der mancherorts gefürchtete oberste Denkmal-Wächter stattet dem Lampl-Anwesen regelmäßig Besuche ab. „Auch die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz ist mittlerweile auf das historische Gebäude aufmerksam geworden und hat uns Fördergelder von 40 000 zugesagt“, meint ein erfreuter Rathauschef. Das bescheinigende Schriftstück stehe jedoch noch aus. Anders bei den Fördermitteln für den Städtebau (60 Prozent) und der Denkmalpflege (20 Prozent). Ist im „Lampl“ der „Mittelkern“ erst mal aufgebaut, geht’s mit dem Dach weiter. Dort liegt die Kunst darin, eine Wärmedämmung zu finden, die sich mit den Aspekten des Denkmalschutzes vereinbaren lässt.

„Es kommt immer mal wieder vor, dass Bürger mich fragen, wie die Außenwände gestaltet werden“, erzählt das Gemeindeoberhaupt. Doch darüber haben er und seine Gemeinderäte sich noch keine Gedanken gemacht. Sie werden sich aber bei Zeiten alte Bilder ansehen, die zeigen, wie die Fassaden früher ausgesehen haben.

Feststeht jedoch , dass das momentan sichtbare Holz wieder zugeputzt wird, weil das Objekt früher definitiv keine Holzfassade hatte. Das Architekturbüro Böhmer-Laubender geht davon aus, dass der erste Bauabschnitt im Sommer abgeschlossen werden kann. Ende des Jahres soll das Vorhaben, das im Oktober 2015 begonnen wurde, seinen Abschluss finden. 

Michaela Feldmann-Kirschner

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