Rheinländer irrt durch die Winternacht

Unterammergau - Aufgrund mangelnder Ortskenntnis hat sich ein 50-jähriger Kölner mit Schneeschuhen in der Nacht von Freitag auf Samstag im Pürschlinggebiet hoffnungslos verlaufen und dadurch eine aufwändige Suchaktion ausgelöst.

Diesen winterlichen Ausflug in die bayerischen Alpen wird der Rheinländer wohl noch länger in Erinnerung behalten: Eine aufwändige Suchaktion, die gottlob ein gutes Ende fand, löste in der Nacht von Freitag auf Samstag ein Urlaubsgast aus Overath bei Köln in Unterammergau aus.

Der 50-jährige Urlaubsgast, der allein und mit Schneeschuhen unterwegs war, wollte in der besagten Nacht am Pürschling übernachten. Da er sich etwas verspätet hatte, informierte er den Wirt Hubert Spindler, dass er wohl erst am späteren Abend auf der Hütte ankommen werde. Noch im Dorf erkundigte sich der Rheinländer bei einer Bewohnerin nach dem richtigen Weg. Als der Gast gegen 23 Uhr noch immer nicht am Pürschling eingetroffen war, alarmierte der Hüttenwirt die örtliche Bergwacht. Zunächst fuhren die Einsatzkräfte verschiedene Wege mit dem Quad ab und fanden dann Richtung Kurztal eine leere Verpackung eines Lawinenverschütteten-Suchgeräts.

Von dem Mann fehlte aber jede Spur. Besagte Tüte erkannte die Unterammergauerin, die dem Wanderer den Weg gewiesen hatte, wieder. Die Suche der Retter konzentrierte sich anschließend auf das Gebiet „Steigaibla“; mehrere Trupps rückten aus, dazu noch zwei Suchhunde von der Bergwacht und einer von der Polizei. Ein Hubschrauberflug war aufgrund des nebligen Wetters nicht möglich. Und tatsächlich stieß dann eine Mannschaft auf frische Schneeschuhspuren auf dem Weg zum Teufelstättkopf.

BW-Bereitschaftsleiter Volker Schönhuber zum weiteren Verlauf: „Leider kam der Mann, der keine Stirnlampe dabei hatte, aber sonst relativ gut ausgerüstet war, danach wieder vom richtigen Weg ab, und marschierte jetzt in Richtung Hengstwaldhütte, Wilder Jäger und Unternogg.“ Daraufhin wurde ein Jeep der Bergwacht zur Straße Unternogg/Hubertuskapelle beordert, und tatsächlich tauchte dort dann der Schneeschuhgänger - es war inzwischen 3 Uhr - ziemlich erschöpft, aber unverletzt und glücklich auf. Gemeinsam fuhren die zwei Einsatzkräfte mit dem Gesuchten zurück zum Bergwachthaus nach Unterammergau. Endgültig zuende war der Einsatz um 5 Uhr in der Früh, als alle Kräfte wieder in der Wache waren.

Auf Befragen erklärte der Rheinländer, dass er sich in der Dunkelheit aufgrund fehlender Ortskenntnis und Nebel nicht mehr ausgekannt habe und hilflos umhergeirrt sei. Gottlob verfügte der Mann über eine gute Kondition. Sein Handy konnte der 50-Jährige übrigens nicht benützen, weil der Akku leer war. Mit einem gemeinsamen Frühstück, bei dem sich der Urlauber mehrmals bei der Bergwacht für ihre aufwendigte Suchaktion bedankte, klang der Einsatz aus. Insgesamt wirkten 16 Mitglieder, ein Polizeibergführer und drei Hundeführer aus Garmisch-Partenkirchen, Krün und Eschenlohe mit.

Obwohl das nächtliche Geschehen glimpflich ausging, muss der Mann damit rechnen, dass ihm der Einsatz in Rechnung gestellt wird. Da er jedoch Mitglied im Alpenverein ist, übernimmt womöglich die Versicherung die Kosten. Bereitschaftsleiter Volker Schönhuber geht von einem Betrag von mindestens 700 Euro aus.

Ludwig Hutter

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