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Trügerische Idylle: Eine Sanierung der Rialtobrücke schätzen Experten auf 250 000 Euro.

Maroder Übergang an der Ammer bleibt vorerst bestehen: Gemeinderat stimmt gegen Neubau

Rialtobrücke – Abriss vertagt

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Seit zwei Jahren gesperrt ist die Rialtobrücke in Oberammergau - aus Sicherheitsgründen. Das wird auch noch eine Zeitlang so bleiben.

Oberammergau – So unterschiedlich können manchmal die Sichtweisen sein: Als „Herzensangelegenheit der Bürger“ bewertete Karl-Heinz Götz in der Oberammergauer Gemeinderatssitzung am Mittwoch die Rialtobrücke über die Ammer. Demgegenüber sieht Anton Preisinger in dem rund 40 Jahre alten und 39 Meter breiten Holzbauwerk, das mittlerweile seit zwei Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt ist, „einen absoluten Schandfleck“.

Wie es nun mit dem Pürschlingsteg künftig weitergehen soll, darüber sind die Meinungen in der Volksvertretung geteilt. Mit 6:9-Stimmen ist ein Abbruch erst einmal abgelehnt worden. Dabei hatte das Ratsplenum in seiner Sitzung Mitte Mai dieses Jahres noch mit 15:4-Mehrheit beschlossen, die Planungen für einen Abriss und Neubau aufzunehmen. Begründung damals: Eine Sanierung für geschätzte 250.000 Euro sei zu teuer.

Nun bleibt vorerst alles beim Alten. In einem vorab veröffentlichten Presse-Statement hatte die Freie-Wähler-Fraktion erklärt, dass sie einen Abriss-Beschluss nur dann mittragen werde, wenn gleichzeitig beschlossen werde, zeitnah den Neubau der Brücke umzusetzen. Bauamts-Chef Johannes Lang stellte dazu fest, dass ein Abbruch unabhängig von einem Neubau erfolgen könne. Da in der Brücke noch ein Strom- und ein Fernmeldekabel sowie eine gemeindliche Steuerleitung verliefen, müssten dafür andere Trassen gefunden werden.

Gegen einen vorzeitigen Abbruch, ohne gleichzeitig ein (Finanzierungs-)Konzept mit Plänen für einen Neubau auf dem Tisch zu haben, sprachen sich Simon Fischer und Florian Schwarzfischer aus, während Anton Preisinger dafür plädierte, den Ratsbeschluss vom Mai umzusetzen: Abriss und Neubau. Peter Held rügte, dass in den letzten fünf Monaten nichts passiert sei: „Da hätte man auch mit den Planungen für einen Neubau beginnen können.“ Dem Vorwurf der Untätigkeit wollte Bauamts-Chef Lang nicht so auf sich sitzen lassen: „Das Thema war schon fünfmal auf der Tagesordnung, dreimal war ich umsonst hier herinnen.“

Das Thema Rialtobrücke ist mit dem Beschluss vom Mittwoch vorerst vom Tisch: Spätestens bei den Haushaltsberatungen 2018 wird es aber neu aufgerollt, weil der Kämmerer im laufenden Etat 2017 noch über Ausgabereste von 227.000 Euro verfügt, die bisher nicht abgerufen wurden.

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