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Großer Andrang herrscht bei der Eröffnung des Richard-Strauss-Festivals.

Richard-Strauss-Festival feierlich eröffnet

Donnerwetter zum Festival-Start

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Garmisch-Partenkirchen - In Garmisch-Partenkirchen fand er seine zweite Heimat, hier entstanden die meisten seiner Opern. Richard Strauss ist fest verwurzelt mit dem Ort, der ihm zu Ehren seit 1989 ein Festival ausrichtet. Bei der Eröffnung hagelte es jetzt aber massive Kritik am Freistaat.

Von den herzlichen Worten, mit denen Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) ihr Engagement für Richard Strauss würdigte, ließ sich Brigitte Fassbaender nicht abbringen, Kritik zu äußern. Die Wolken, die im Lauf der Begrüßung von Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) immer dunkler geworden waren, brachen nun wie ein Donnerwetter über Spaenle herein.

Auslöser für diesen Ausbruch war neben der Zuschusspolitik auch die jüngste Debatte über Strauss im Bayerischen Landtag, bei der zwar klar geworden war, dass die Abgeordneten mittlerweile die Bedeutung dieses weltbekannten bayerischen Komponisten erkannt hatten, ein Bekenntnis zu ihm allerdings nicht erfolgte. Aus Parteiräson, machte es den Anschein. „Ich habe Gott sei Dank mit parteipolitischem Gerangel nicht das Geringste zu tun“, betonte Fassbaender, „und kann eigentlich gar nicht glauben, dass jemand allen Ernstes behaupten kann, das Garmisch-Partenkirchner Strauss-Festival habe sich nicht entwickelt und leide an Konzeptionslosigkeit.“ Genau solche „unqualifizierten Äußerungen“ sind aber von Seiten der CSU im Maximilianeum gefallen.

Daher warf sie die Frage in den Raum: „Wie kann ein Festival sich ,entwickeln‘, das seit Jahren total unterfinanziert ist, das mit denkbar schmaler Infrastruktur, geringstem Personalaufwand und ohne adäquaten Konzertsaal auskommen muss?“ Wer sich ein bisschen in der Materie auskenne, dem sei klar, „dass Strauss in seinen Opern und sinfonischen Werken die größte Orchester-Besetzungen verlangt und damit Wagner und Mahler übertrifft“. Zwischen 80 bis zu 120 Musiker sitzen auf der Bühne, wenn Strauss auf dem Programm steht. „Die zu platzieren und zu bezahlen ist ein Brocken“, unterstrich Fassbaender. Von Seiten des Freistaats werden die Bemühungen um diesen großen Künstler nur unzureichend unterstützt. „Es ist ganz einfach so, dass man sich nicht im Klaren darüber ist, welchen Schatz man hier zu hegen und zu pflegen hat“, polterte sie. „Weil es sich ja nur um Musik handelt, um Hochkultur, um elitäres Geschehen, was uns nix angeht. Mir ham den Sport und – wenn wir Glück haben – den Schnee, dös reicht. Mir zerbrechen uns, wenn schon, lieber die Haxn und net den Kopf.“ Ihr Donnerwetter kam an bei Spaenle, der es „reinigend“ nannte. Er sei sich seiner Verantwortung bewusst.

Richard-Strauss-Festival feierlich eröffnet - Bilder

Die ersten Wolken waren mit Meierhofer aufgezogen. Noch leise, ohne groß zu poltern, wies die Bürgermeisterin darauf hin, „dass das Strauss-Festival gemessen an seiner hervorragenden Qualität über ein sehr knappes Budget verfügt“. 280 000 Euro steuert die Gemeinde jedes Jahr dafür bei, „wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber unserem Ehrenbürger bewusst“. Allein auf den Schultern der 27 000-Einwohner-Gemeinde könne diese Aufgabe aber nicht lasten, „das überfordert uns“. Deshalb hofft sie auf weitere Signale von der Staatsregierung, die den Zuschuss in diesem Jahr von 40 000 auf 70 000 Euro erhöht hat. „Die Fortsetzung der Reihe nach 2017 hängt von einer angemessenen Finanzierung ab“, sagte Meierhofer. „Hier ist auch der Freistaat gefragt. Wir vertrauen auf ihn.“

Was von Spaenle erwartet wird, machten zudem die vier Stelzengeher deutlich, die die Gäste schon am Richard-Strauss-Platz empfangen hatten. Nachdem sie ihr Entzücken ob des wichtigen Besuchers kundgetan und Selfies mit ihm geschossen hatten, forderten sie pantomimisch eine Spende von ihm. Ohne Erfolg. Ein Zettel, mit dem sie ihre Bitte untermauerten, brachte auch nichts. Was Spaenle aber dabei hatte, war die Zusage, „dass sich der Freistaat seiner Verpflichtung gegenüber Richard Strauss bewusst ist“. Die Staatsregierung habe ein hohes Interesse an der Weiterentwicklung des Festivals – und zwar auf dem Niveau, das Fassbaender geprägt hat.

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