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Als Marke unverzichtbar: das Richard-Strauss-Festival Garmisch-Partenkirchen.

Unternehmer will Signal an Politik und Wirtschaft senden

Strauss-Festival: Peter Eckes spendiert 100.000 Euro

Garmisch-Partenkirchen - Auf Richard Strauss als Markenzeichen zu verzichten – das wäre für Peter Eugen Eckes, wie wenn Garmisch-Partenkirchen aus der Zugspitze nichts machen würde. Der Unternehmer unterstützt das Richard-Strauss-Festival 2017 finanziell. 

Was wäre dieses Musikereignis ohne die Menschen, denen der Komponist am Herzen liegt? Zu ihnen gehört zuvorderst die Kammersängerin Brigitte Fassbaender. „Ihre selbstlose Unterstützung ist für uns unbezahlbar“, betonte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) vor dem Förderkreis der Richard-Strauss-Festspiele – wohlweislich, nachdem Fassbaender nach der Vorstellung ihres Programms für 2017 die Versammlung verlassen hatte. „Sie bringt nicht nur ihre berühmten Kollegen zu günstigen Konditionen ins Loisachtal. Sie investiert sogar ihre Vergütung als Künstlerische Leiterin in das Festival“, verriet die Rathauschefin den Mitgliedern.

Auch den rheinhessischen Mäzen Eugen Eckes zog Fassbaender an Land. „Uns verbindet eine 20-jährige Freundschaft“, sagte der Unternehmer, der sich mit der Produktion von Weinbränden, Likören und Fruchtsäften einen Namen gemacht hat und der aus seinem Kulturfond das Garmisch-Partenkirchner Festival seit Jahren großzügig bedenkt. Er machte aus seinem Unverständnis für die Förderpraxis des Freistaates kein Hehl: „Es ist beschämend, dass die Strausspflege hier in seiner Wahlheimat bei der Staatsregierung so einen niedrigen Stellenwert hat.“ Mit seiner Spende möchte er deshalb auch ein Signal an Politik und Wirtschaft senden. Er ermutigte die Bürgermeisterin, sich weiterhin für den Fortbestand der Veranstaltungsreihe einzusetzen: „Der Ort könnte sehr viel mehr davon profitieren.“

Das Missverhältnis der Summen, die der Freistaat und die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen in das Festival stecken, ist auch dem Förderkreis mit seinen 203 Mitgliedern unverständlich. Die Vorsitzende Regina Geißer hat sich bezüglich der Förderrichtlinien informiert. „Gut Immling bekommt für seine Festspiele soviel Geld, weil die Opernaufführungen neben dem Musik- auch aus dem Theaterfond unterstützt werden.“ Und die Konzerte auf Herrenchiemsee erfüllen nach dem Dafürhalten der Staatsregierung eine Leuchtturmfunktion für Bayern – „dafür gibt’s einen eigenen Fond“. Eine Bewertung, die angesichts der weltweiten Popularität des Komponisten Strauss bei den Förderkreis-Mitgliedern nur Kopfschütteln erzeugte.

Meierhofer versicherte dem Verein, sie sei permanent in Sachen Festival unterwegs. Zusammen mit dem Kultusministerium würden verschiedene Optionen erarbeitet, wie es nach dem Abschied Fassbaenders nach 2017 weitergeht. „Wir sind für alle Varianten offen, auch bezüglich des Standorts.“ Soweit wie einige Förderer, das Festival wie in Mecklenburg-Vorpommern übers ganze Land zu verteilen, will sie allerdings nicht gehen: „Als Marke dürfen wir Strauss nicht verlieren.“ Eckes, der vor 25 Jahren das Rheingau-Musikfestival mit heute 160.000 Besuchern mitbegründete, teilt ihre Ansicht: „Wir müssen definitiv um Garmisch-Partenkirchen herumbleiben.“

Geißer, selbst ständig auf Sponsorensuche, verwies auf eine Schwäche der Region: „Sie hat wenig große Firmen.“ Der Förderkreis wollte das Nationaltheater München ins Boot holen, stieß allerdings bei Intendant Nikolaus Bachler auf wenig Resonanz: „Er meinte, wir sollten Konzerte in Privathäusern veranstalten oder uns um einen jungen hungrigen Dirigenten bemühen, der sich mit dem Festival Lorbeeren verdienen will.“ Dirigent Christian Thielemann habe sich zwar für jede Hilfe offen erklärt. Als es um den konkreten Einsatz ging, habe er sie jedoch auf den Orchestervorstand verwiesen.

Der Förderkreis selbst unterstützt das diesjährige Festival mit einer Zuwendung von 42.000 Euro.

Eva Stöckerl

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