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Nachmittags am Aidlinger Badeplatz: Viele bemerken das Schild „Parken nur für Berechtigte“ nicht, oder sie nehmen die Strafe von zehn Euro einfach in Kauf.

Aidlinger Badeplatz am Riegsee

Neue Parkregeln erhitzen die Gemüter

Seit Juni gelten am Aidlinger Badeplatz neue Parkregeln. Es dürfen nur noch Einheimische und deren Feriengäste ihr Fahrzeug dort abstellen, wenn sie einen Berechtigungsschein haben. Davon sind nicht alle Badegäste begeistert.

Aidling – An einem heißen Nachmittag Ende August stehen etwa 20 Autos am Badeplatz in Aidling. Seit Juni gilt dort die Regelung, dass nur noch Personen mit einer Berechtigung an dieser Stelle parken dürfen. Auffällig ist, dass nur in wenigen Autos ein solcher Schein zu sehen ist. Neben den Autos lehnen am Zaun Fahrräder, auch ein paar Motorräder sind abgestellt. Viele Personen, die an dem Tag zum Baden hierherkommen, stammen aus dem Landkreis Weilheim-Schongau, andere aus München. Auf den Berechtigungsschein angesprochen, geben einige an: „Davon wussten wir nichts.“ Mehrere Menschen, die schon öfter am Aidlinger Badeplatz waren, fragen: „Seit wann gilt denn das?“

Die Mehrheit bemerkt die Schilder mit der Aufschrift „Parken nur für Berechtigte“ nicht, oder sie nehmen billigend die Strafe von zehn Euro in Kauf. Nur wenige drehen, um als sie die Schilder sehen. Ebenso auffällig: Ein paar Autos parken einfach in einer nahe gelegenen Wiese am Wegesrand.

Alle Befragten wollen anonym bleiben. Die meisten zeigen Verständnis für die Hintergründe der Regelung, jedoch sind sie nicht gerade begeistert von der Tatsache, dass sie diese Berechtigung nicht erwerben können. Dazu sagt Bürgermeister Rudolf Kühn (Wahlgemeinschaft Aidling): „In erster Linie bekommen nur Aidlinger und Riegseer so eine Berechtigung. Man muss zumindest einen Zweitwohnsitz in einer der Ortschaften haben, damit man sie erwerben darf. Wenn man Ferienwohnungen vermietet, kann man pro Wohneinheit eine weitere Berechtigung bekommen.“ Ein solcher Schein kostet 15 Euro und muss jährlich neu beantragt werden. Viele der Betroffenen fragen sich, wo sie parken sollen. Dazu Kühn: „Naja, sie könnten in Riegsee beim Haus des Gastes parken, aber da gibt es dann wieder das Problem, dass es dann möglicherweise zu wenige Parkplätze für die Gäste dort gibt.“ Wer am Haus des Gastes sein Fahrzeug abstellt, muss etwa einen Kilometer zu Fuß gehen, um zum Badeplatz zu gelangen.

Auf die Frage ob sich die Parksituation durch die neue Regelung verbessert hat, erklärt Bürgermeister Kühn: „Vielleicht etwas, aber für die Gemeinde gibt es mehr Ärger, gerade für mich, da viele Einheimische aufgeschrieben werden. Aber es war von vornherein klar, dass diese Regelung mit Ärger verbunden sein wird.“ 

Für Kontrollen am Badeplatz ist der Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland zuständig. „Bei schönem Wetter müssten dort eigentlich täglich Kontrollen durchgeführt werden, jedoch gibt es dafür nicht ausreichend Personal“, sagt Kühn. Wann die Mitarbeiter des Zweckverbands vor Ort sind, weiß der Rathauschef nicht, nur dass es öfter sein müsste. Momentan ist die Parkregelung noch in der Probephase, und man muss sehen, wie es sich entwickelt. Die neue Regelung hatte der Gemeinderat im Mai beschlossen. 

Lisa Peer

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