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Die Kommunalwahlen in Riegsee könnten spannend werden, speziell in der Bürgermeister-Frage.

Begehrtes Riegseer Bürgermeisteramt: Run aufs Rathaus

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In Riegsee bringen sich offenbar mehrere potenzielle Kandidaten in Stellung, die ins Rennen um das Bürgermeisteramt gehen wollen. Mindestens ein Interessent würde die Nachfolge von Rudolf Kühn auch im Ehrenamt antreten. Der Gemeinderat soll Ende des Monats über den Status des künftigen Bürgermeisters entscheiden.

Riegsee – Reicht in Riegsee ein ehrenamtlicher Bürgermeister aus, der neben seinem Beruf die Aufgaben des Rathaus-Chefs erledigt? Oder sollte sich das 1200-Einwohner-Dorf ein hauptamtliches Oberhaupt leisten, das den Ort mehr als doppelt so viel kosten würde? Diese Frage wird der Riegseer Gemeinderat in seiner Sitzung Ende Oktober klären – eine Entscheidung, die grundsätzliche Weichen auf dem Weg zu den Kommunalwahlen am 15. März 2020 stellt. Denn egal, wie der Beschluss ausfällt: Er wird zur Folge haben, dass sich das mögliche Bürgermeister-Bewerberfeld lichtet. Für beide Varianten stehen mittlerweile Interessenten bereit; ein Teil würde allerdings automatisch von der Fahne gehen, nachdem die Entscheidung für ein Modell gefallen ist. Zwei Aspiranten würden gerne hauptamtlicher Bürgermeister von Riegsee werden, ein dritter wird dafür gehandelt. Für einen ehrenamtlichen Posten liegt die mündliche Zusage eines Riegseers vor, ein weiterer hat nach Angaben von Bürgermeister Rudolf Kühn signalisiert, dass er sich eine derartige Kandidatur vorstellen könnte. Namen hält der Rathaus-Chef unter Verschluss.

Nur so viel ist bekannt: Der mögliche Nebenamts-Kandidat, der sein Okay gegeben hat, stammt aus dem Ortsteil Riegsee und ist politisch interessiert, gehört aber aktuell nicht dem Gemeinderat an. Sein Name fiel in der September-Sitzung des Gremiums hinter verschlossenen Türen. Kühn spricht von einem „geeigneten Bewerber, der nach meiner Auffassung durchaus fähig ist, dieses Amt zu bekleiden“. Eine Einschätzung, die sein Stellvertreter Ingo Presuhn teilt. Der 52-Jährige könnte sich die Kühn-Nachfolge selbst „sehr gut vorstellen“, aber nur für den Fall, dass der Gemeinderat für den hauptamtlichen Status votiert. Der Verwaltungsbeamte, der im Murnauer Bauamt arbeitet, glaubt, dass sich ein Ehrenamt zeitlich und inhaltlich nicht mit seinem Beruf vereinbaren lässt; er befürchtet Interessenkonflikte. Presuhn will nun den Gemeinderatsbeschluss abwarten, bevor er Nägel mit Köpfen macht. Von einem zweiten Aspiranten, der gerne hauptamtlicher Bürgermeister werden will, liegt nach Angaben Kühns eine schriftliche Bewerbung vor.

Aus demokratischer Sicht befindet sich Riegsee damit in einer komfortablen Situation. Mit einem derart großen Interesse hatte Kühn, ein echter Dino der Lokalpolitik, „nicht gerechnet“. Zumal nicht ausgeschlossen ist, dass sich der Kreis der Interessenten weiter vergrößert. Im Dezember werden in den drei Ortsteilen Riegsee, Aidling und Hagen traditionsgemäß die Aufstellungsversammlungen abgehalten.

Eine Bürgermeister-Bewerber-Fraktion wird Ende des Monats, wenn die Status-Entscheidung fällt, indes erst mal wegbrechen. Üblich sei in Gemeinden der Größenordnung Riegsees ein ehrenamtlicher Rathaus-Chef, sagt Kühn. Hätte es dafür keinen möglichen Kandidaten gegeben, wäre dem Gemeinderat keine andere, keine wirkliche Wahl geblieben. So aber tue sich das Gremium „schwer, einen ehrenamtlichen Bürgermeister auszuschlagen und sich für den teureren hauptamtlichen zu entscheiden“.

Presuhn sieht diese Frage unabhängig von Personen. In seinen Augen geht es darum, was Riegsee braucht, welcher Arbeitsaufwand anfällt, welche Projekte anstehen. Die Tatsache, dass nun auch andere Aspiranten auf den Plan treten, sieht Presuhn offenbar eher nüchtern-sportlich. Er sagt: „Das ist Demokratie.“

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