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Ort des dramatischen Vorfalls: der Aidlinger Badeplatz. 

Schwimmer geht die Kraft aus

Drama am Riegsee: Aidlinger rettet Mann (95) vor dem Ertrinken

Es war eine Heldentat: Ralf Oswald geht in der Mittagspause am Riegsee zum Schwimmen - und wird zum Lebensretter.

Aidling – Es ist ein Tag, den Ralf Oswald wohl nicht so schnell vergessen wird. Der Aidlinger ist ganz normal in der Arbeit, er ist seit 2011 als Hausmeister an der Emanuel-von-Seidl-Grundschule in Murnau tätig. Bei schönem Wetter – und solches herrscht an dem besagten Tag – geht der 49-Jährige in der Mittagspause gerne zum Baden. Er steigt dann auf sein Moped und fährt zum Aidlinger Badeplatz, um sich zu erfrischen. Oswald schwimmt also gegen 12.15 Uhr ganz normal auf den Riegsee hinaus. Der Himmel ist blau, der See ist glatt. So kann man es aushalten. Es dauert dann einen Moment, bis der Aidlinger realisiert: Ein anderer Schwimmer, der etwa 20 Meter entfernt ist, gerät in Schwierigkeiten. Dessen Kopf versinkt immer weiter im Wasser. Es geht um Leben und Tod. „Ihm ist die Kraft ausgegangen“, erinnert sich der Aidlinger. Es handelt sich ihm zufolge um einen 95-jährigen Mann.

Oswald zögert nicht lange, er schwimmt zu dem Senior, packt ihn am Arm, zieht ihn in die Höhe und anschließend zum Badefloß, das in etwa 15 bis 20 Meter Entfernung vertäut liegt. Dann schreit er in Richtung Ufer um Hilfe. Eine Frau hört es und paddelt mit einem Surfbrett hinaus. Anschließend bringen sie den 95-Jährigen ans Ufer. „Er hatte Wasser erwischt, war aber ansprechbar“, erzählt Oswald. Der Notarzt wird gerufen, der Rettungswagen kommt. Der Mann, dem Oswald das Leben rettet, wird abtransportiert. Danach fährt der Aidlinger wieder in die Arbeit – innerlich aufgewühlt.

„Das war schon ein Erlebnis“, sagt er rückblickend und ergänzt: „Es ist schön, wenn man helfen kann.“ Eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer hat er nicht. Wie es dem betagten Herrn, den er aus dem Wasser zog, heute geht, weiß Oswald nicht. Einen Kontakt hat er nicht. Dem Aidlinger ist nur bekannt, dass der 95-Jährige jedes Jahr als Sommergast in Riegsee weilt.

Bei der Integrierten Leitstelle Oberland (ILS) hält man sich zurück. Es ist von einem „normalen rettungsdienstlichen Einsatz“ die Rede. Details zu dem Sommergast, der beinahe im Riegsee ertrunken wäre, sind dort nicht zu erfahren. Grund: der Datenschutz.

Roland Lory

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