Selbstversorgerin mit Leib und Seele: die Aidlingerin Leni Kühn in ihrem Gewächshaus.
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Selbstversorgerin mit Leib und Seele: die Aidlingerin Leni Kühn in ihrem Gewächshaus.

Wettkampf im TV

Große Bühne für Leni Kühns Garten-Mission: Aidlingerin am Montag im Bayerischen Fernsehen

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    vonSilke Reinbold-Jandretzki
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Ein Neuling ist sie nicht. Leni Kühn wirkt immer wieder in Fernseh- und Radiobeiträgen mit. Nun aber erhält die Aidlingerin, eine begeisterte Gartenbäurin und ausgewiesene Fachfrau auf diesem Gebiet, eine richtig große TV-Plattform: Kühn steht im Zentrum der ersten Folge der neuen BR-Sendung „Bayerns Gartenküche“.

  • Die Aidlingerin Leni Kühn hat am Montag, 26. April, einen großen Auftritt im Bayerischen Fernsehen.
  • 45 Minuten lang wird sie vor einem riesigen Publikum garteln und kochen.
  • Kühn möchte, dass sich die Menschen auseinandersetzen mit Gemüse und anderen Lebensmitteln.

Aidling – Im Grunde mag sie keine Wettkämpfe. „Warum geht es nicht ohne?“, fragt Leni Kühn. „Immer muss man sich messen – in der Kindheit, in der Schule. Anscheinend gehört das dazu.“ Das gilt auch für „Bayerns Gartenküche“, der neuen Sendung im BR Fernsehen. In der ersten Folge am Montag, 26. April, hat Kühn zur besten Sendezeit einen großen Auftritt. 45 Minuten lang wird sie vor einem riesigen Publikum garteln und kochen – für vier andere Männer und Frauen, denen der Obst- und Gemüseanbau auf eigenem Boden nicht fremd ist. Und dann gibt es eben diesen Wettbewerb. Bei einer Pflanzaufgabe sollen zehn Paprika-Setzlinge zu stattlichen und gut tragenden Pflanzen heranwachsen. Gartenexperte Sebastian Ehrl vergibt die Punkte und bewertet zudem ein Bauprojekt; Kühn erstellt ein „Wurzelfenster“, in dem die Wurzeln von Gelben Rüben und Roter Bete sichtbar werden. Für ein zweigängiges Menü am Ende jeder Folge – Kühn tischt im Aidlinger Obstgarten „Gemüserarität an eingelegten Kornelkirschen mit hausgemachtem Frischkäse“, gefolgt von „Krautkrapfen vom eigenen Kraut mit buntem Gartensalat“ auf – vergeben die Teilnehmer selbst Punkte. Und klar: Am Ende der letzten Sendung (24. Mai) wird ein Gewinner gekürt. Kühn, die sich in Aidling neben dem Garten rund um den Bio-Milchviehhof der Familie um einen großen Gemüseacker kümmert, weiß: „Das ist ganz klassisch, dass es bei Filmen immer um Wettkampf geht.“

Kühn ist Selbstversorgerin

Für die Vorsitzende des Kreisverbands Garmisch-Partenkirchen für Gartenbau und Landespflege zählt dieser Faktor, die Frage von Sieg und Niederlage, nicht die Bohne. Kühn ist Selbstversorgerin. Das, was sie anbaut und erntet, stellt die Ernährungsbasis für sie und ihre Familie dar. Kühn richtet den Fokus darauf, ihre Mission, ihre Philosophie, die in ihrem Leben immense Bedeutung einnimmt, unter die Menschen zu bringen: Sie möchte, dass sich die Leute auseinandersetzen mit Gemüse und anderen Lebensmitteln – schlicht mit dem, was sie essen. Andere sollen lernen, „mit wertvollem Boden und der Schöpfung umzugehen“. Kühn zeigt sich überzeugt, dass es „eben nicht egal ist, ob etwas in meinem Boden wächst oder in irgendeiner Nährlösung oder in Riesen-Treibhäusern in Spanien“. Sie will zeigen, wie sie ihre Lebensmittel produziert und sich damit unabhängig von anderen macht. Eine Möglichkeit dafür bietet eben die „Garten-Challenge“, wie der BR seine neue Sendung rund ums Aussäen, Pflanzen, Pflegen, Ernten und Verarbeiten auch nennt. Ein Vertreter des Landesverbands der Gartenbauvereine hatte die 54-Jährige auf das Format aufmerksam gemacht: „Wäre das nichts für Sie?“ Kühn dachte, sie werde durchs Gartenjahr begleitet, ging in erste Vorgespräche. „Was zum Schluss rauskommt, hatte ich anfangs gar nicht auf dem Schirm.“

Ein Riesenaufwand

Leni Kühn kennt das Ergebnis noch nicht – und weiß entsprechend auch nicht, was am Ende gesendet wird, welche Botschaft der ersten Folge innewohnt, wie sie und ihre Philosophie rüberkommen. Der Aufwand für die Sendung sei jedenfalls „gigantisch“ gewesen, sagt Kühn. „Das war schon eine Herausforderung, hat aber Spaß gemacht.“ Sechs volle Tage – jeweils zwei im Frühjahr, Sommer und Herbst 2020 – arbeitete das Filmteam in Aidling; immer zwei Tage war Kühn für den Besuch bei den vier anderen bayerischen Fernseh-Gartlern unterwegs.

Fast meditativ

Das klingt auch nach Stress und passt deshalb im Grunde gar nicht zu ihrer großen Leidenschaft. Denn diese geht Kühn fast meditativ an. Das Garteln empfindet sie als erholsam und entspannend – und als so wichtig für die Psyche. „Es tut einfach gut.“ Die Aufregung nach den Dreharbeiten hat sich mittlerweile gelegt. Kühn wird das Ergebnis am Montag anschauen, keine Frage. Bereits am Nachmittag vor der Ausstrahlung absolviert sie zudem einen Live-Auftritt in der Sendung „Wir in Bayern“ (16.15 Uhr), in der mit Kühn auf das neue Abend-Format hingewiesen wird. „Spannend“ werde das, meint die Gartenbäurin. Sie wird all das meistern. Neben ihrer Garten- besitzt Kühn ja mittlerweile auch reichlich Fernseh-Erfahrung.

Die Sendung

„Bayerns Gartenküche“ läuft von 26. April bis 24. Mai immer montags um 20.15 Uhr im Dritten. Fünf Hobbygärtner treten nach BR-Angaben „in einem freundschaftlichen Wettbewerb“ gegeneinander an und zeigen, wie sie ihr Obst und Gemüse anbauen und verarbeiten. Sie verraten auch Tipps und Tricks rund ums Gärtnern und Kochen. Die ersten vier Folgen der Sendung sind bereits ab dem 23. April in der BR-Mediathek verfügbar.

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