Gute Stimmung: Veronika und Georg Mayr mit einem ihrer Ochsen.  Foto: lory
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Gute Stimmung auf der Weide: Veronika und Georg Mayr mit einem ihrer Ochsen.

Aufzucht von Weideochsen

Hohe Auszeichnung für Riegseer Bio-Betrieb: Veronika und Georg Mayr erhalten Bayerischen Tierschutzpreis

  • Roland Lory
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Das Riegseer Landwirtspaar Veronika und Georg Mayr erhält den Bayerischen Tierschutzpreis 2020. „Das ist für uns eine große Auszeichnung“, betont Georg Mayr.

  • Das Riegseer Landwirtspaar Veronika und Georg Mayr erhält den Bayerischen Tierschutzpreis 2020.
  • Der Betrieb vermarktet seit ein paar Jahren Bio-Ochsenfleisch auf regionaler Ebene.
  • Langstreckentransporte werden damit vermieden.

Riegsee – Eigentlich wären Veronika und Georg Mayr am gestrigen Dienstag zusammen mit der ältesten Tochter nach München gefahren. Die Riegseer hatten einen wichtigen Termin am Rosenkavalierplatz 2. Dort ist das Bayerische Umweltministerium beheimatet.

Verleihung abgesagt

Am späten Nachmittag hätten Veronika (49) und Georg Mayr (50) aus den Händen von Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) den Bayerischen Tierschutzpreis entgegengenommen. Doch die Veranstaltung, bei der vier weitere Initiativen beziehungsweise Personen geehrt werden sollten, wurde abgesagt. Grund: die steigenden Corona-Zahlen. „Das ist jetzt leider so“, bedauert Georg Mayr. Der Preis ist mit 2400 Euro dotiert. Auch eine Bronze-Eule und eine Urkunde bekommen die Mayrs zugeschickt.

Große Freude über Preis

Die Freude ist riesig. „Das ist für uns eine große Auszeichnung“, betont Mayr. Es kommt nicht oft vor, dass Nutztierhalter den Preis erhalten. Der Landwirt zeigt sich bescheiden, sieht den Familienbetrieb, wo alle mitwerkeln, „stellvertretend für andere, die auch viel für das Tierwohl machen“.

Aufzucht von Bio-Weideochsen

Vorgeschlagen wurde der Hof von der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau. Die Mayrs mussten ein komplettes Konzept einreichen, das auch Landschaftspflege, Energieerzeugung und Ferienwohnungen umfasst. Das Paar hatte seinen landwirtschaftlichen Betrieb 2013 mit dem Neubau eines Stalles auf ökologische Wirtschaftsweise umgestellt, um regional Bio-Weideochsen zu vermarkten. Die Kälber werden aus Partner-Betrieben in naher Umgebung zugekauft und dann von Ammenkühen aufgezogen. Dadurch vermeidet man Langstreckentransporte.

Hauptabnehmer Zugspitzbahn

Aktuell zieht der Betrieb 119 Ochsen auf. Sie bekommen Weidegras, Heu, Getreideschrot und trockene Silage sowie die Milch von vier Ammenkühen. Im Alter von zweieinhalb bis drei Jahren werden die Ochsen in Obersöchering beziehungsweise Garmisch-Partenkirchen geschlachtet. Hauptabnehmer ist inzwischen die Bayerische Zugspitzbahn mit ihren diversen Gaststätten. „Ein total verlässlicher Partner“, lobt Mayr. Rund 30 Prozent des Fleisches gehen an das Lokal Pschorr in München. Auch mehrere Staffelseewirte, das Gasthaus zur Schranne (Garmisch-Partenkirchen) und das Marktrestaurant in Mittenwald (ein Michelin-Stern) kaufen die Ware. Die Menge ist begrenzt. Pro Monat bringen die Mayrs fünf Ochsen zum Schlachten. Das Fleisch ist bis dato nur in Gastro-Betrieben erhältlich. „Wir sind jedoch am Nachdenken, ob wir an den Endverbraucher gehen“, sagt Bio-Landwirt Mayr, der für die Wählergemeinschaft Riegsee im Gemeinderat sitzt.

Glauber: „Vorbild für den Tierschutz“

„Alle Preisträger sind ein Vorbild für den Tierschutz in Bayern“, wird Minister Glauber in einer Pressemitteilung zitiert. „Der Bayerische Tierschutzpreis ist eine besondere Ehrung und das Dankeschön des Freistaats für gelebtes Verantwortungsgefühl und herausragenden Einsatz im Tierschutz.“

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